Alte Zeiten, neue Zeiten, Jahreszeiten
Irgendwann war es soweit – ich trat gleich als Schriftführer in meinen ersten Angelverein ein und machte dort die Fischerprüfung. Ich würde an dieser Stelle gerne etwas Interessantes darüber berichten, aber erstens gehen Männern in meinem Alter allmählich die interessanten Erinnerungen verloren und zweitens war ich jeher ein eher „punktueller“ Lerner, das heißt, ich begann immer in letzter Sekunde vor einer Prüfung wie bescheuert zu büffeln, bestand das Ganze manchmal sogar mit „Gut“ oder „Sehr Gut“ – Ausnahmen bestätigen die Regel – und wischte das komplette Wissen hinterher wieder aus dem Gedächtnis, um Platz für Neues zu schaffen. Schüler, bitte weghören!
Das Angelfieber hatte mich jetzt voll gepackt – fast schon unheimlich. Ich versuchte, jede freie Minute am Rhein, am Neckar, an der Elsenz oder den St. Leoner Baggerseen zu verbringen. Einige Kumpels von mir teilten diese Leidenschaft, sodass wir immer eine gute Anglerclique waren, die in den folgenden Jahrzehnten viel am Wasser, auf dem Wasser und im Wasser erleben würden.
Eine Sache bereue ich allerdings bis heute: Immer öfter schwänzte ich die Proben meiner Band „Tulipan“, in der ich Gitarre spielte, und ging, anstatt ZZ Top, Ufo oder Eric Clapton zu üben, lieber angeln. Für meine Bandmitglieder muss das zurecht unbeschreiblich ärgerlich gewesen sein, z