: Harry Schilles
: Ein Leben an der Angel Geschichten eines Petrijüngers
: Books on Demand
: 9783757833725
: 1
: CHF 8.80
:
: Angeln, Jagd
: German
: 352
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Das konnte eigentlich nicht gut gehen: Der"Zander", ein robustes Angelboot aus Struppis Bootsverleih, nahm immer mehr Fahrt auf. Unbändig vorwärtsgetrieben von zwei überaus kräftigen Armen an den schweren Holzrudern, durchpflügte er die blauen Wassermassen des Sees. Zu den Armen gehörten um die 150 Kilo Lebendgewicht, nur in eine weiße Sporthose gequetscht, diese mit deutlichem Hang zum Auseinanderplatzen. Es war ein brütend heißer Sommertag. Der berühmt-berüchtigte"48er Schlag", wie man ihn von"Ben Hur" kennt, war ein Scheiß gegen die Macht, die dieses Ruderboot gerade in Richtung Hopfenberge bewegte . . . Solche und andere witzige, tragische, dramatische oder traurige Situationen rund um Fische, Menschen, die Angelei und das Leben beschreibt Harry Schilles in seinem Buch"Ein Leben an der Angel - und das in jeglicher Beziehung" Setz' dich in deinen Angelstuhl, liebe Leserin, lieber Leser, und lass' dich überraschen, was da so alles anbeißt.

Harry Schilles, Jahrgang 1959, ist eigentlich"Staatlich geprüfter Lehrer für Realschulen in den Fächern Kunst und Englisch", aber auch Organisationsprogrammierer, Systemanalytiker und vornehmlich Grafik-Designer. Während sich seine Beziehung zur Musik mit den Jahrzehnten etwas abgekühlt hat, ist er - wenn auch zeitbedingt reduzierter - einer Sache seit seiner Jugend treu geblieben: dem Angeln. In all den Jahren hat er viele Gewässer und Lebewesen kennen und lieben gelernt. Harry Schilles engagiert sich im Bereich Kultur, Natur und Streuobstwiesen. Er wohnt zum Erscheinungszeitpunkt mit Frau und Sohn in Nordbaden.

Sauloch&
Südlicher
Ketscher


Alte Zeiten, neue Zeiten, Jahreszeiten

Irgendwann war es soweit – ich trat gleich als Schriftführer in meinen ersten Angelverein ein und machte dort die Fischerprüfung. Ich würde an dieser Stelle gerne etwas Interessantes darüber berichten, aber erstens gehen Männern in meinem Alter allmählich die interessanten Erinnerungen verloren und zweitens war ich jeher ein eher „punktueller“ Lerner, das heißt, ich begann immer in letzter Sekunde vor einer Prüfung wie bescheuert zu büffeln, bestand das Ganze manchmal sogar mit „Gut“ oder „Sehr Gut“ – Ausnahmen bestätigen die Regel – und wischte das komplette Wissen hinterher wieder aus dem Gedächtnis, um Platz für Neues zu schaffen. Schüler, bitte weghören!

Das Angelfieber hatte mich jetzt voll gepackt – fast schon unheimlich. Ich versuchte, jede freie Minute am Rhein, am Neckar, an der Elsenz oder den St. Leoner Baggerseen zu verbringen. Einige Kumpels von mir teilten diese Leidenschaft, sodass wir immer eine gute Anglerclique waren, die in den folgenden Jahrzehnten viel am Wasser, auf dem Wasser und im Wasser erleben würden.

Eine Sache bereue ich allerdings bis heute: Immer öfter schwänzte ich die Proben meiner Band „Tulipan“, in der ich Gitarre spielte, und ging, anstatt ZZ Top, Ufo oder Eric Clapton zu üben, lieber angeln. Für meine Bandmitglieder muss das zurecht unbeschreiblich ärgerlich gewesen sein, z