: Alfred North Whitehead
: Das Wesen der Natur Die Tarner-Vorlesungen gehalten am Trinity College
: Books on Demand
: 9783757866730
: 1
: CHF 14.90
:
: Naturwissenschaften allgemein
: German
: 168
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Alfred North Whiteheads"Das Wesen der Natur" revolutioniert das Denken über den Umgang der Naturwissenschaften mit der Philosophie. In diesem Werk sucht er nach einer alternativen Antwort auf die Frage, wie sich die Natur beschreibt und versteht. Er erforscht die Wechselwirkungen zwischen Mathematik und Philosophie und stellt tiefschürfende Fragen über die Natur des Universums. Whitehead liefert Antworten, die zu weitreichenden Einsichten führen und die Welt der Wissenschaft auf den Kopf stellen. Eine fesselnde Reise durch das Wesen der Natur. Doch kann er den Konflikt zwischen Wissenschaft und Philosophie wirklich lösen und findet Whitehead die Antwort auf die Frage nach dem Wesen der Natur?

Alfred North Whitehead OM studierte Mathematik und Naturwissenschaften an der Universität Cambridge und wurde später Professor für Mathematik an der University of London. Zusammen mit Bertrand Russell veröffentlichte er zwischen 1910 und 1913 das bahnbrechende Werk"Principia Mathematica", das bis heute als Klassiker der Logik gilt. Während seiner Zeit in London von 1911 bis 1924 beschäftigte sich Whitehead intensiv mit Fragen der Naturphilosophie, Wissenschaftstheorie und Erziehung. Nach seiner Berufung an die Harvard University im Jahr 1924 widmete er sich hauptsächlich der Ausarbeitung seiner prozessphilosophischen Metaphysik. Alfred North Whitehead starb am 30. Dezember 1947 in Cambridge, Massachusetts.

KAPITEL II
THEORIEN ÜBER DIE VERZWEIGUNG DER NATUR


In meinem letzten Vortrag habe ich das Konzept der Materie als die Substanz, deren Eigenschaften wir wahrnehmen, kritisiert. Diese Denkweise der Materie ist meines Erachtens der historische Grund für ihre Einführung in die Wissenschaft, und sie ist immer noch die vage Sichtweise im Hintergrund unseres Denkens, die die gegenwärtige wissenschaftliche Doktrin so offensichtlich erscheinen lässt. Wir stellen uns nämlich vor, dass wir die Eigenschaften der Dinge wahrnehmen, und die Materieteile sind die Dinge, deren Eigenschaften wir wahrnehmen.

Im siebzehnten Jahrhundert erhielt die süße Einfachheit dieses Aspekts der Materie einen herben Schock. Die Übertragungslehren der Wissenschaft befanden sich damals im Prozess der Ausarbeitung und waren am Ende des Jahrhunderts unbestritten, auch wenn ihre besonderen Formen seither verändert wurden. Die Etablierung dieser Übertragungstheorien markiert einen Wendepunkt in der Beziehung zwischen Wissenschaft und Philosophie. Die Lehren, auf die ich hier besonders anspiele, sind die Theorien über Licht und Schall. Ich zweifle nicht daran, dass diese Theorien schon vorher als offensichtliche Vorschläge des gesunden Mensc