: Peter Brandlmayr
: Der relativ unsouveräne Souverän Versuch zu einer hantologischen Ethik
: Buchschmiede von Dataform Media GmbH
: 9783991395072
: 1
: CHF 13.20
:
: Geisteswissenschaften allgemein
: German
Eine Ethik formulieren zu wollen erscheint heutzutage als ein äußerst dreistes, zweifelhaftes und aussichtsloses Unterfangen. Dennoch gestehen wir ein, dass die Frage nach dem, was recht, gerecht, gut und böse ist, keineswegs unbedeutend ist. Wir stehen alle mitten drinnen in einem moralisch geprägten gesellschaftlichen Zusammenhang, ausgestattet mit einem breiten Fundus eines impliziten und expliziten ethischen Selbst- und Weltverständnisses. Nun, wie kommt es, dass wir uns einerseits zieren Ethisch-Moralisches zu formulieren, andererseits aber dennoch auf ein solches angewiesen sind? Und warum führt jedes Nachdenken über das Ethisch-Moralische ins Paradoxe, Zweifelhafte, Prekäre hinein? Verbirgt sich in all dem etwa Grundsätzliches die Ethik betreffend? Mit diesen Fragen setzt sich das vorliegende Buch auseinander und versucht aus einer hantologischen Perspektive einen Ausblick auf eine relativistische Ethik zu geben.

Peter Brandlmayr wurde 1970 in Bad Ischl geboren. Er absolvierte ein Geologiestudium an der Universität Innsbruck, danach das Kolleg für Fotografie an der Höheren Grafischen Bundeslehr- und Versuchsanstalt in Wien. 1998 gründete er das Institut für Wissenschaft und Forschung (IWF), ein Experiment zwischen Kunst und Wissenschaft, Realität und Fiktion. 2005 Promotion Brandlmayr an der Universität Innsbruck zum Dr. phil.; 2013 gründete er das Pegasus-Institut für Pataphysik (PIP) sowie im Jahr 2019 das Institut für Müßiggang und Kontemplation (IMK). Er führte zahlreiche Ausstellungen, Installationen, Vorträge und Performances duch.

Ein Wort zum Vorhaben eine hantologische Ethik
zu verfassen

 

All unser Bauen wird immer ein listig schwindelerregendes Unternehmen sein

Eine Ethik formulieren zu wollen, erscheint heutzutage ein mutiges und äußerst zweifelhaftes Unterfangen. Nicht nur die Frage nach einer Legitimation zu einem solchen Unternehmen stellt sich hier, sondern auch, ob denn nicht in der Geschichte der Philosophie bereits genug Schriften zu diesem strittigen und kaum sicher bestimmbaren Thema verfasst worden sind. Als Unfug, als sinnloses und aussichtsloses Unterfangen scheint uns eine grundlegende ethische Schrift im Grunde mehr verdächtig als notwendig. Dennoch gestehen wir ein, dass die Frage nach dem Moralischen, nach dem, was recht, gerecht, was gut ist, keineswegs unbedeutend ist. Wir alle entkommen diesen Fragestellungen nicht. Gleich ob im alltäglichen Leben oder in Betrachtung grundsätzlichen Handelns oder aber in Betrachtung unseres Lebens als Ganzes, die Frage nach dem moralischen Wert stellt sich immer wieder von Neuem. Soll ich handeln oder unterlasse ich besser? Ja bin ich überhaupt frei, um solches generell entscheiden zu können? Wen darf ich als frei entscheidend auffassen? Kennen nur wir Menschen die Erfahrung der Freiheit? Kennen nur wir Menschen einen als frei aufgefassten Willen, wogegen alle anderen Existenzen bloß einem unfreien Wollen, einem Streben unterliegen? Darf ich mich an all dem, das ich nicht als frei erachte, einfach bedienen, ohne mir zu überlegen, ob mein Handeln für eben dieses Unfreie vorteilhaft oder unvorteilhaft ist? Oder sollte ich unfreie Existenzen moralisch in meinem Entscheiden mitbedenken? Und was ist, wenn mir das Benutzte leid tut - wenn ich also mir selbst etwas Schlechtes tue, wenn ich Benutztes in meiner Betrachtung übergehe?

All dies und vieles mehr zeigt uns als grundsätzlich moralisch denkende Wesen. Wir stehen mitten drinnen in einem moralisch geprägten gesellschaftlichen Zusammenhang, ausgestattet mit einem breiten Fundus eines impliziten und expliziten ethischen Selbst- und Weltverständnisses. Sobald wir unser heterogenes moralisches Verständnis jedoch in ex