Ich spüre den kühlen Abendwind und höre in seinen Böen die Blätter der Bäume über mir bedrohlich rauschen. Der Luftzug nimmt immer stärker zu und mich beginnt es zu frösteln. Ich weiß nicht, wo ich bin - oder wie ich hierhergekommen bin. Um mich herum wird es immer dunkler und ein Schauder kriecht mir über den Rücken. Die Nachtluft umhüllt mich wie ein Kokon, doch ich muss mich vor der schaurig-schönen Illusion in Acht nehmen. In der Ferne höre ich die Schreie der Fledermäuse – verwunderlich, dass ich mich nach dieser langen Zeit noch so gut an die Geräusche des Waldes erinnern kann. Die dunklen Wolken am Himmel kann ich in der Dunkelheit mehr erahnen als wirklich sehen, doch schon bald spüre ich die ersten Regentropfen im Gesicht. Ich weiß, dass ich schleunigst hier weg muss, mit einem Gewitter im Wald ist nicht zu spaßen. Es ist egal, in welche Richtung ich gehe, Hauptsache, ich finde einen Unterschlupf. Ich laufe los, obwohl ich nicht weiß, wohin ich gehen soll. Meine Füße tragen mich fast lautlos durch das immer düsterer werdende Unterholz. Früher weckte der Wald noch fröhliche Erinnerungen in mir, jetzt habe ich einfach nur noch Angst.
Nasse Zweige schlagen mir ins Gesicht, meine Haare verfangen sich in den Ästen. Wurzeln und Pflanzen versperren mir den Weg, doch durch meine plötzlich aufkommende Panik lasse ich mich durch nichts aufhalten. Immer schneller und immer weiter laufe ich, als ich über eine Wurzel stolpere und das Gleichgewicht verliere. Kurz denke ich, ich müsste sterben, doch dann schlage ic