Ingrid Peter
In der Mongolei
Neun Freunde, zu denen auch ich gehörte, hatten beschlossen, die Mongolei in Begleitung von sechs Betreuern vom Süden her bis in den Norden zu durchwandern. Unser Grüppchen war gut durchmischt, der älteste Teilnehmer war siebzig Jahre alt, der jüngste vierzig, und unsere Betreuer waren die Fahrer von drei alten Jeeps, zwei Köchinnen und ein weiblicher Guide.
Wir reisten über Moskau nach Ulan Bator, wo uns Zaya, unsere junge Führerin in Empfang nahm. Es fand gerade das Naadam Fest statt, eine große Sportveranstaltung, bei der den drei traditionellen mongolischen Kampfsportarten gehuldigt wird: Reiten, Ringen und Bogenschießen. Wir wohnten der Eröffnung des feierlichen Spieles bei und sahen, wie alle im Land vertretenen Ethnien in ihrer Festtagstracht in das Stadion einzogen. Mannschaft um Mannschaft stellte sich mit ihren Fahnen vor. Die Kämpfe erstrecken sich über mehrere Tage und finden im Stadion statt, aber nicht nur. Der Wettbewerb der Ringer wird im Nationalstadion ausgetragen, jener der Bogenschießer auf einem Gelände unweit des Stadions. Leider war es uns aus Zeitgründen nicht möglich, bei diesen Kämpfen zuzusehen. Dafür waren wir bei den Reitern dabei. Diese Wettbewerbe werden an der Peripherie der Hauptstadt abgehalten. Schon kleine Kinder dürfen in dieser Disziplin in ihrer Altersklasse antreten. Es war atemberaubend, wie die Fünf- bis Siebenjährigen, den Oberkörper eng am Pferdehals, daherbr