: Walter Simon
: Künstliche Intelligenz Das Wichtigste, was Du wissen musst
: Books on Demand
: 9783757866204
: 1
: CHF 9.70
:
: Gesellschaft
: German
: 436
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Dieses Buch beschreibt ausführlich und verständlich die Hauptbereiche des Themas Künstliche Intelligenz (KI). Der Autor positioniert sich eindeutig im Sinne einer freiheitlichen Gesellschaft, die er gefährdet sieht. Die Bedrohungen resultieren aus der neoliberalen Ideologie der KI-Protagonisten aus dem Kreise des GAFAM-Verbundes (Google, Amazon, Facebook, Apple und Microsoft). Künstliche Intelligenz hat natürlich auch ihre positiven Seiten, beispielsweise in der medizinischen Diagnostik, der Verkehrs- oder Verbrechensbekämpfung. Die Spracherkennung und Sprachübersetzung eröffnen ungeahnte Möglichkeiten für Information und Kommunikation. Es kommt darauf an, wofür sie genutzt werden. Im Milieu der 1970er Jahre war das Internet als eine Technik geplant, die den Menschen neue Freiräume eröffnen sollte. Nachdem sich aber der Neoliberalismus der digitalen Wirtschaft bemächtigte, ist Ernüchterung der Euphorie gewichen. Der Idee, dass sich Roboter eines Tages als Endprodukt der menschlichen Evolution an die Spitze des Universums setzen, erteilt der Autor eine Absage. Zurück zur Vernunft, rät er den sogenannten Transhumanisten und Singularisten. Inhalt: - Was ist Intelligenz? - Was ist maschinelles Lernen? - Was sind künstliche neuronale Netze? - Was ist Deep-Learning? - Was sind Algorithmen? - Was ist Big Data? - Was ist das Internet der Dinge? - Notwendigkeit eines Grundeinkommens - Robotik - 3-D-Drucker - Industrie 4.0 - Gesichtserkennung - Künstliche Intelligenz in der Medizin - Künstliche Intelligenz im Militär - Autonomes Schreiben und Übersetzen - Wirkung von Robotern auf Jobs und Arbeitsplätze - Künstlichen Intelligenz und Demokratie - Wie intelligent oder gefährlich können Roboter werden?- Gibt es eine Ethik der Künstlichen Intelligenz? - Künstliche Intelligenz in der Militärtechnologie - Künstliche Intelligenz in der Medizin - Google - Meta/Facebook - Microsoft - Amazon - Apple - Überwachung der Menschen - Metaverse, Metaversum

Prof. Dr. Walter Simon ist gebürtiger Hamburger und gelernter Drogist. Nach der Lehre fuhr er zunächst zur See. Anschließend studierte er als Stipendiat der Hans Böckler-Stiftung an der Universität für Wirtschaft und Politik in Hamburg, später an der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Un versität in Frankfurt am Main sowie an der Sophia-Universität in Tokio Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit den Abschlüssen Dipl.-Volkswirt und Dipl.-Soziologe. 1978 promovierte er zum Dr. rer. pol. Im gleichen Jahr trat er in die AEG-Telefunken AG als Managemententwickler in das Berufsleben ein. 1982 gründete er das Innovationsteam für Produktion und Wirtschaft GmbH mit Sitz in Bad Nauheim, aus dem später das Corporate University Center hervorging. Aus seiner"Feder" stammen 22 Bücher und etwa 200 Artikel. 2006 gewann er den Internationalen Trainingspreis in Silber (Wirtschaft). Etwa 15000 Menschen nahmen an seinen Seminaren und Vorträgen teil. Von 1995 bis 2002 hatte er den Lehrstuhl für Unternehmensführung an der Hochschule Rhein-Main (Wiesbaden Business School) inne. Seit 1985 lebt und wirkt er in Bad Nauheim.

2. Klärung: Was ist KI?


40 Jahre lang erledigten Personal Computer klar strukturierte, berechenbare oder routinebehaftete Aufgaben, und das schneller und zuverlässiger als wir Menschen. Eingabe-Verarbeitung-Ausgabe (EVA-Prinzip) nannte sich der Vorgang. Word ersetzte die Sekretärin und Excel die Rechenmaschine. Wir speicherten unsere Daten auf Disketten, CDs und Festplatten. Die konkreten Aufgaben wurden aus den Köpfen der Programmierer in die Software oder den Rechner übertragen. Aber anspruchsvolle Tätigkeiten, etwas Bild- oder Gesichtserkennung, Spracheingabe, Übersetzungen und Prognosen, um nur wenige Beispiele zu nennen, waren mit der damaligen Technik nicht möglich. Die bis dato gebräuchlichen Algorithmen scheiterten an der unzureichenden Qualität der Daten, beispielsweise von Bildern oder Texten. Im Gegensatz dazu erkennt ein Mensch auch im Dunkeln seinen Nachbarn, kann eine unleserliche Handschrift entziffern und versteht trotz einer undeutlich ausgesprochenen Beschreibung, worum es dem Sprecher geht. Dabei hilft ihm die Künstliche Intelligenz. Wie macht sie das?

Bei der KI handelt es sich um Softwareprogramme, die menschliche Intelligenz nachahmen. Im engeren Sinne sprechen wir von KI, wenn ein IT-System wahrnehmen, verstehen, handeln und lernen kann, mithin menschliche Intelligenzleistungen vollbringt. Microsoft definiert KI als Technologien, die menschliche Fähigkeiten im Sehen, Hören, Analysieren, Entscheiden und Handeln ergänzen und stärken. KI-Programme geben keine vorprogrammierten Antworten, sondern erledigen Aufgaben, für die man normalerweisemenschliche Intelligenzbenötigt. Sie reagieren nicht starr nach dem Muster ja oder nein , sondern können mit Unsicherheiten und Wahrscheinlichkeiten umgehen. In der Fähigkeit, die eigenen Berechnungen und die Anordnung ihrer Ergebnisse selbstständig zu verbessern, liegt der wesentliche Unterschied zwischen KI und klassischen IT-Systemen. Die Selbstkorrektur ist im KI-System eingebaut. Aus Erfahrung wird man klug, lautet ein geflügeltes Sprichwort, das auch hier zutrifft.

2.1 KI-Push durch Speicher- und Rechenleistung

Die Leistungsfähigkeit von Computerintelligenz wurde 1996 mit dem Sieg des Programms Deep Blue (IBM) über den Schachweltmeister Gary Kasparow deutlich. Maschinenintelligenz besiegte einen Menschen. Bis dahin fristete die KI ein Schattendasein. Natürliche Sprache, Robotik und Sehen wurden außerhalb der KI erforscht. Experten bezeichnen die Zeit vor und nach 1980 als den jahrzehntelangen KI Winter . Erst im KI-Frühling mit dem mobilen Internet, den sozialen Medien und der sich verbreitenden Digitalisierung wurde es wärmer. Neue Technologien standen zur Verfügung, solche, die es erlaubten, Daten zu interpretieren und Handlungsanweisungen zu generieren. KI wurde durch zwei Dinge befeuert:

1. Exorbitante Steigerung der Rec