: Gabriele Vietze
: Besser leben mit Stress Wege zur Entspannung
: Edition Forsbach
: 9783959042192
: 1
: CHF 15.00
:
: Gesundheit
: German
: 188
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Stress raubt Energie, macht unglücklich und krank. Stress macht stark, glücklich und per se nicht krank. Diese Aussagen können kaum unterschiedlicher sein. Sie beschreiben den Einfluss von Stress auf unsere Gesundheit und Lebensqualität aber nur ansatzweise. Die Diplom-Psychologin Gabriele Vietze hat in den letzten 20 Jahren über 10.000 Menschen beraten und unterstützt, ihren Stress zu bewältigen und zu einer entspannten und gesunden Lebensweise zu finden. Ihr Fazit: Die Dosis und die Dauer bestimmen die Wirkung von Stress auf Körper, Geist und Seele, hinzu kommt unsere Denkweise über Stress. Faktoren, wie die richtige Atmung, Ernährung, Schlaf und Bewegung, beeinflussen unser Stressempfinden. In diesem Buch zeigt Gabriele Vietze Wege zur Entspannung, um Stress zu reduzieren, Probleme zu lösen und Erschöpfung vorzubeugen.

Gabriele Vietze, Jahrgang 1953, ist Diplom-Lehrerin und Diplom-Psychologin. In den letzten 20 Jahren war sie hauptsächlich auf dem Gebiet der Gesundheitsförderung und als Dozentin an verschiedenen Bildungseinrichtungen tätig. Zu ihren beruflichen Schwerpunkten zählen unter anderem Stressprävention, Möglichkeiten der Stressbewältigung, Entspannung für Erwachsene, Kinder und Jugendliche sowie Ernährungsberatung. Ihre Angebote, Kurse, Seminare und Vorträge, richten sich an Privatpersonen, Lehrer, Erzieher, Sozialarbeiter, Mitarbeiter in Firmen und Unternehmen, Mitarbeiter im Gesundheitswesen und in Pflegeeinrichtungen. Ihre reichhaltigen Erfahrungen aus der Berufspraxis möchte sie in Form von Büchern weitergeben.

Teil II: Entspannungsverfahren


Strebe nach Ruhe, aber durch das Gleichgewicht, nicht durch den Stillstand deiner Tätigkeit.

(Friedrich Schiller, 1759-1805)

Die Atmung – Grundlage des Lebens


Der Atem ist die Brücke, die das Leben mit dem Bewusstsein verbindet, die deinen Körper mit deinen Gedanken verbindet.
Wann immer dein Geist sich verliert, benutze deinen Atem, um deine Verbindung wieder herzustellen.

(Thich Nhat Hanh, 1926-2022)

Die Atmung ist der gemeinsame Nenner aller Entspannungsverfahren.

(Thomas Loew, Professor für Psychosomatik und Psychotherapie am Universität Klinikum Regensburg, *1961)

Die Atmung ist ein lebensnotwendiger Reflex, der täglich rund 20.000 Atemzüge für die Lunge auslöst. Bis zu 15.000 Liter Luft fließen täglich durch die Lunge des Menschen und versorgen alle Zellen mit Sauerstoff. Ohne Atmung kein Leben.

Wenn wir einatmen, dann nimmt der Körper über die Lungen Sauerstoff und Energie auf, die aktivierende Wirkung haben. Dieser Prozess ist Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit jeder Zelle.

Beim Ausatmen gibt der Körper Kohlendioxid ab. Dabei erfolgt eine Reinigung. Nicht mehr benötigte Stoffe werden aus dem Körper abtransportiert, das heißt, wenn wir lang ausatmen, ist die Entspannung am größten.

Der Atem ist der Regulator aller körperlichen Vorgänge. Die Atmung verläuft unbewusst, aber wir können sie bewusst steuern.

Wissenswertes über den Atem


70 % aller Abfallstoffe des Körpers werden durch den Atem ausgeschieden. 20 % über die Haut, 10 % über Ausscheidungen des Verdauungstraktes, und 80 % des eingeatmeten Sauerstoffs verbraucht das Gehirn.

Die Atemfrequenz beträgt in Ruhe beim Erwachsenen ca. 11-16 Atemzüge pro Minute, bei körperlicher Belastung kann die Atemfrequenz auf ca. 40-50 Atemzüge pro Minute ansteigen (Normwerte für die normale physiologische Atemfrequenz).

Jeder Mensch hat seinen eigenen Atem. Falsche Atmung vergiftet den Atemrhythmus und versorgt den Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff.

Die Körperhaltung wird von der Atmung stark beeinflusst und spiegelt das seelische Befinden eines Menschen wider.

Durch eine natürliche Bauchatmung können Bewusstseinszustände ausgeglichen werden.

Brustatmung, Bauchatmung und Vollatmung


Brust- und Bauchatmung verlaufen parallel, können aber unbewusst gemeinsam benutzt werden. Allerdings benutzen viele Menschen fast ausschließlich die Brustatmung.

Grund dafür ist eine falsche Körperhaltung, unter anderem hervorgerufen durch vieles Sitzen. Auch chronischer Distress und emotionale Tiefs bewirken Spannungszustände unserer Muskulatur. Der freie Atemfluss kann dadurch negativ beeinträchtigt werden.

Auch das heutige Schönheitsideal verhindert oft die Bauchatmung. Viele Menschen, vor allem Frauen, ziehen den Bauch ununterbrochen ein. Kaufen sich Miederwaren, in die sie sich hineinpressen. Hauptsache Bauch weg. Ein tiefes Einatmen wird so verhindert.

Für bestimmte Anlässe ist das in Ordnung, aber zur Gewohnheit sollte es nicht werden.

Brustatmung

Bei der Brustatmung ziehen sich die äußeren Zwischenrippenmuskeln zusammen. Dabei weitet sich der Brustkorb und die beweglichen Rippen heben sich. Bei Entspannung der Muskeln senken sich die Rippen und das Lungenvolumen verringert sich. Die Luft wird nach außen gepresst.

Die Brustatmung hat einen evolutionsgeschichtlichen Hintergrund: Drohte Gefahr, wurde der Körper auf Flucht vorbereitet. Demzufolge dient sie auch heute noch zur Bewältigung von Not- und Angstsituationen. Dem Körper wird in solchen Situationen in kurzer Zeit viel Sauerstoff zugeführt.

Die Brustatmung ist schnell und flach, dadurch gelangt zu wenig Sauerstoff in den Körper.

Atemstörung