Vorwort zur deutschen Ausgabe
Das Wort für Welt ist Wald. Lange bevor es Menschen gab, in den geologischen Zeitaltern, die wir heute als Karbon und Perm bezeichnen, dominierten riesige dichte Sumpfwälder aus Urfarnen, Kalamiten, Siegel- und Schuppenbäumen die Landmasse unseres Planeten. Die hohe Konzentration an Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre bot ideale Wachstumsbedingungen für Pflanzen und führte zu einer Überproduktion von Biomasse, die sich in den sumpfigen Böden der Urwälder anhäufte. Im Laufe der Jahrmillionen wurden Teile dieser Sümpfe regelmäßig von Flüssen überflutet und dadurch von Sedimenten aus Ton und Sand überdeckt. Diese zyklischen Sedimentationsbedingungen komprimierten und entwässerten die Sumpfböden. Vor allem im Zeitalter des Oberkarbons (im Deutschen auch als »(Stein-)Kohlezeitalter« bezeichnet), wurde das organische Ausgangsmaterial unter Luftabschluss, hohem Druck und Hitze verdichtet und dadurch schließlich in Steinkohle umgewandelt.
Das andere Wort für Welt ist Wasser. Neben den Urwäldern prägten nährstoffreiche Schelf- und Binnenmeere die urzeitliche Landschaft. Wasser ist buchstäblich die Quelle allen Lebens, und auch diejenigen von uns, die letztendlich im Laufe der Evolution die Meere verließen und lernten, an Land zu leben, tragen sie immer noch im Blut. Unser Blutplasma enthält Salz und Ionen in einem Verhältnis, welches dem der Ozeane bemerkenswert ähnlich ist.
Unsere heilige Mutter Erde brachte in ihrer unendlichen Liebe zu allem Leben eine schier unendliche Vielfalt an diesem hervor. Die urzeitlichen Schelfmeere waren reich an Leben, wobei Meereskleinstlebewesen wie Algen den mit Abstand größten Teil der maritimen Biomasse bildeten. In den tieferen Zonen lagerten sich die abgestorbenen Algen zusammen mit Tonpartikeln auf dem Meeresboden ab. Die sauerstoffarmen Bedingungen verhinderten die vollständige Zersetzung der Algenbiomasse und führten zur Entstehung von Faulschlämmen. So bildeten sich mächtige Sedimentfolgen mit einem hohen Anteil an organischem Material, welche über die Jahrmillionen hinweg zu dem Energieträger wurden, der die Industrialisierung der Zivilisation möglich machte: Erdöl.
Letztendlich hat unser Planet nur eine einzige Energiequelle, nämlich die Sonne. Alle fossilen Energieträger sind Jahrmillionen alte, in fossiler Biomasse gespeicherte solare Energie.
Unterdes erschuf unsere heilige Mutter Erde in ihrer unendlichen Liebe eine weitere, schier unendliche Vielfalt an Leben. Auf die Dinosaurier folgten Vögel, Säugetiere und schließlich die Spezies, die sich heutzutage ganz unbescheiden alsHomo sapiens sapiens, als Weisesten der Weisen bezeichnet. Wie weise es ist, den Planeten, auf dem man lebt, zu zerstören, muss allerdings hinterfragt werden.
Die längste Zeit ihrer Existenz lebten die steinzeitlichen Menschen, die nur in der Vorstellungswelt der Zivilisierte