: Derrick Jensen, Lierre Keith, Max Wilbert
: Schöner grüner Schein Warum »grüne« Technologien derselbe Irrweg in Grün sind
: Neue Erde
: 9783890603940
: 1
: CHF 14.40
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: Natur und Gesellschaft: Allgemeines, Nachschlagewerke
: German
: 512
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
In diesem Buch legen Jensen und seine Mitautoren haarklein dar, dass all die »Lösungen« schöner Schein sind und weit davon entfernt, in eine grüne Zukunft zu führen. Je länger wir vor dieser Wahrheit davonlaufen, desto schmerzhafter wird das Erwachen sein. Die Autoren dieses Buches fordern nichts anderes, als dass wir unsere Lebensweise grundlegend revidieren und uns auf die einzig wirkliche grüne Energie besinnen: Das Blattgrün der Pflanzen, die Sonnenlicht in Energie und in Nahrung verwandeln. Dieses Grün hat uns über die Jahrhunderttausende unseres Menschseins am Leben erhalten.

Derrick Jensen ist Autor von mehr als 25 Büchern, darunter Deep Green Resistance, A Language Older Than Words, The Culture of Make Believe und Endgame. Er ist außerdem Lehrer, Aktivist und Kleinbauer und wurde von Democracy Now! zum »Dichter-Philosophen der ökologischen Bewegung« ernannt. Im Jahr 2008 wurde er von Utne Reader zu einem der 50 Visionäre, die die Welt verändern, gewählt. Er ist einer der Mitbegründer der Organisation Deep Green Resistance. Er lebt in Nordkalifornien auf einem Grundstück, auf dem häufig Bären zu Besuch sind. Lierre Keith ist Schriftstellerin, Kleinbäuerin und radikale feministische Aktivistin. Sie ist Autorin von sechs Büchern, darunter The Vegetarian Myth: Food, Justice, and Sustainability, und Co-Autorin von Deep Green Resistance mit Derrick Jensen und Aric McBay: Strategie zur Rettung des Planeten. Außerdem ist sie Mitbegründerin der Organisation Deep Green Resistance. Keith wurde sechsmal wegen politischer Widerstandsakte verhaftet. Sie lebt in Nordkalifornien, wo sie 20 Hektar Land mit riesigen Bäumen und riesigen Hunden teilt. Max Wilbert ist Schriftsteller, Organisator und Wildnisführer, der gegen das kanadische Teersand-Megaprojekt und den Teersandabbau in Utah kämpfte, sich gegen die industrielle Wasserentnahme und die Abholzung von Wäldern in Nevada wehrte, sich für die letzten wilden Büffel im Yellowstone-Nationalpark einsetzte und mit indigenen Gemeinschaften in British Columbia zusammenarbeitete. Er lebt in der Nähe von Eugene, Oregon, in einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt.

Vorwort zur deutschen Ausgabe


Das Wort für Welt ist Wald. Lange bevor es Menschen gab, in den geologischen Zeitaltern, die wir heute als Karbon und Perm bezeichnen, dominierten riesige dichte Sumpfwälder aus Urfarnen, Kalamiten, Siegel- und Schuppenbäumen die Landmasse unseres Planeten. Die hohe Konzentration an Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre bot ideale Wachstumsbedingungen für Pflanzen und führte zu einer Überproduktion von Biomasse, die sich in den sumpfigen Böden der Urwälder anhäufte. Im Laufe der Jahrmillionen wurden Teile dieser Sümpfe regelmäßig von Flüssen überflutet und dadurch von Sedimenten aus Ton und Sand überdeckt. Diese zyklischen Sedimentationsbedingungen komprimierten und entwässerten die Sumpfböden. Vor allem im Zeitalter des Oberkarbons (im Deutschen auch als »(Stein-)Kohlezeitalter« bezeichnet), wurde das organische Ausgangsmaterial unter Luftabschluss, hohem Druck und Hitze verdichtet und dadurch schließlich in Steinkohle umgewandelt.

Das andere Wort für Welt ist Wasser. Neben den Urwäldern prägten nährstoffreiche Schelf- und Binnenmeere die urzeitliche Landschaft. Wasser ist buchstäblich die Quelle allen Lebens, und auch diejenigen von uns, die letztendlich im Laufe der Evolution die Meere verließen und lernten, an Land zu leben, tragen sie immer noch im Blut. Unser Blutplasma enthält Salz und Ionen in einem Verhältnis, welches dem der Ozeane bemerkenswert ähnlich ist.

Unsere heilige Mutter Erde brachte in ihrer unendlichen Liebe zu allem Leben eine schier unendliche Vielfalt an diesem hervor. Die urzeitlichen Schelfmeere waren reich an Leben, wobei Meereskleinstlebewesen wie Algen den mit Abstand größten Teil der maritimen Biomasse bildeten. In den tieferen Zonen lagerten sich die abgestorbenen Algen zusammen mit Tonpartikeln auf dem Meeresboden ab. Die sauerstoffarmen Bedingungen verhinderten die vollständige Zersetzung der Algenbiomasse und führten zur Entstehung von Faulschlämmen. So bildeten sich mächtige Sedimentfolgen mit einem hohen Anteil an organischem Material, welche über die Jahrmillionen hinweg zu dem Energieträger wurden, der die Industrialisierung der Zivilisation möglich machte: Erdöl.

Letztendlich hat unser Planet nur eine einzige Energiequelle, nämlich die Sonne. Alle fossilen Energieträger sind Jahrmillionen alte, in fossiler Biomasse gespeicherte solare Energie.

Unterdes erschuf unsere heilige Mutter Erde in ihrer unendlichen Liebe eine weitere, schier unendliche Vielfalt an Leben. Auf die Dinosaurier folgten Vögel, Säugetiere und schließlich die Spezies, die sich heutzutage ganz unbescheiden alsHomo sapiens sapiens, als Weisesten der Weisen bezeichnet. Wie weise es ist, den Planeten, auf dem man lebt, zu zerstören, muss allerdings hinterfragt werden.

Die längste Zeit ihrer Existenz lebten die steinzeitlichen Menschen, die nur in der Vorstellungswelt der Zivilisierte