Prolog
Denken Sie auch manchmal darüber nach, wie fürchterlich das Leben eigentlich sein kann, wo es doch zeitgleich so wunderbar strahlt? Ich durchaus. Grundsätzlich nehme ich mir sehr viel Zeit zum Denken. Auf meinem Platz hier - auf der hölzernen Parkbank unter den alten Linden - sitze ich und sinniere vor mich hin. Es ist einer meiner vielen Lieblingsplätze in der Kleinstadt. Diese Bäume wurden vor meiner Geburt gepflanzt. Ihre Stämme sind dick, die Rinde rissig und ihre Äste knorrig. Es wurde mir einmal erzählt, diese mächtigen Gefährten könnten tausend Jahre alt werden. Es mag seltsam klingen: Die Kraft der Bäume erdet mich. Hilft mir, tief in mich hinein zu blicken, nachzudenken, über mich und mein Leben. Über andere Menschen, über meine Arbeit im Sägewerk, der ich früher einmal nachgegangen bin, die nächste Mahlzeit, einen schönen Urlaub, an den ich mich erinnere. Über die Sorgen, die mir meine Kinder machen. Immer noch, obwohl selbst deren Kinder schon Kinder haben. Die Menschen nehmen sich viel zu wenig Zeit zum Denken. Ich behaupte, wer sich mehr Zeit nimmt, um nachzudenken, trifft bewusstere Entscheidungen und ist glücklicher.
Denken sollte wieder in Mode kommen. Nicht dieses High-End-Denken, motiviert vom Erfolgstrieb, auf dem Nährboden des unendlichen Wissens, das sich die jung