: Dipl. Ing. Herbert Schinner
: Mords-geschichten in und um Korneuburg Eine Sammlung wahrer Kriminalfälle und Prozesse aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert
: Buchschmiede von Dataform Media GmbH
: 9783991520412
: 1
: CHF 12.80
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: Lexika, Nachschlagewerke
: German
Dieses Buch ist eine Sammlung alter ( 1868 bis 1938) , interessanter, spannender und lesenswerter wahrer Kriminalfälle aus dem alten Gerichtsbezirk Korneuburg. Die einzelnen penibel recherchierten Fälle beinhalten Informationen über die Angeklagten , den Verhörprotokollen und dem Prozeßverfaahren und eröffnen dadurch grausliche Einblicke in die Abgründe der menschlichen Seele und dessen Verhalten bei den Prozessen. Es beginnt mit einem fünffach-Mord an einem reichen Müllersohn, es folgen Gattenmorde und meuchlerische Gattenmorde. Im 'Familiendrama im Auersthal' bringt ein Schustermeister seine Frau um Im Mordattentat in Gaisruck geht es einem Fabrikanten an den Kragen In Schöngrabern bei Oberhollabrunn beschäftigte die Zeitung der Raubmord an dem Juwelier Josef Leeb Alle in diesem Buch akribisch zusammengestellten Verbrechen belegen, dass die vermeintlich gute alte Zeit keinen Deut besser war als die heutige.

Zu den Verbrechensbüchern: Er wollte Bekannte davon überzeugen, dass es früher im allgemeinen weniger Verbrechen als es heutzutage gab. Dazu musste er in alten Zeitungen in der Vergangenheit recherchieren. Und das Ergebnis war für ihn sehr enttäuschend. Die Größe, Anzahl und Schwere der Verbrechen war damals um keinen Deut besser als in der Gegenwart. Zu den Märchenbüchern: Bei einem Massagetermin kam das Gespräch auf die Entstehung der Bücher über alte Verbrechen. Die Masseurin meinte warum wird immer über negatives wie Verbrechen und nie über positives wie Märchen geschrieben. Daher wurde nachgeforscht und alles (oder fast alles) über alte Märchen in den Büchern"Märchen rund um die Welt Teil 1 und Teil 2" aus historichen österreichischen Zeitungsberichten zusammengetragen.

Mord Wudernitz

Heute findet beim Kreisgerichte Korneuburg eine Schlußverhandlung wegen Mordes statt. Den Vorsitz bei dieser Schlußverhandlung führt Kreisgerichtspräsident Exeli; als öffentlicher Ankläger fungirt Staatsanwalt Derleth, als Vertheidiger Dr. Karl Willfort aus Wien. Angeklagt erscheint Anton Wudernitz, 46 Jahre alt, katholisch, verheiratet, Hausbesitzer in Nieder-Kreuzstetten, des Verbrechens des Mordes nach § 136 St. G.; dann der Übertretung gegen die körperliche Sicherheit nach § 411 und der Uebertretung des § 36 des Waffenpatentes.

Als Zeugen sind vorgeladen: Johann Diwald, Hausbesitzer in NiederKreuzstetten; Johann Kanß, Gastwirth daselbst; Mathias Parger, Hausbesitzer; Therese Strobl, Hausbesitzersgattin; Nikolaus Schilling, Viertellehner; Johann Dersch, Bauer; Leopold Schmit, Ganzlehner; Lorenz Oehler, Hausbesitzer, alle in NiederKreuzstetten; Leopold Strobl, Hausbesitzer; Therese Spannswagner, Halblehnerswittwe; Franz Neidhart, Kleinhäuslerssohn ebendaselbst.

Der Anklage entnehmen wir Folgendes:

Anton Wudernitz und Joseph Spannswagner befanden sich am 23. April d. J. abends nebst mehreren anderen Gästen im Wirthshause des Johann Kauß in Nieder-Kreuzstetten. Wudernitz, der allgemein als roh, rachsüchtig und verwegen geschildert wird, während Spannswagner als ruhiger und gelassener Mann bekannt war, saß an einem anderen Tische als Spannswagner. Wudernitz raisonnirte und schimpfte über den Ankauf des Gemeindestiers, der kurz zuvor stattgefunden hatte, so daß dem Spannswagner und Oehler, welche bei diesem Ankaufe thätig waren, endlich die Geduld riß. Beide sprangen auf und Spannswagner versetzte dem Wudernitz einen Schlag ins Gesicht. Der Letztere zahlte sodann und ging nach Hause. Als am anderen Morgen Spannswagner nach Hause ging, begegnete er um ungefähr 5 Uhr dem Wudernitz in der Nähe des dem Letzteren gehörigen Hauses. Wudernitz zog gerade einen Handwagen.

Kaum hatte er den Spannswagner erblickt, so ließ er den Handwagen stehen, lief in die Einfahrt seines Hauses un