: Bernhard Brandstätter Colin
: Wie auf frischem Gras Erzählungen und Briefe an das Leben
: Buchschmiede von Dataform Media GmbH
: 9783991520160
: 1
: CHF 8.70
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: Erzählende Literatur
: German
Briefe und Kurzgeschichten, die das Leben zeichnen, lassen sich als eine längst verblasste Art betrachten, sich mitzuteilen. Ein kleiner Streifzug durch vergangene, aber stets lebendige, von der Zeit losgelöste Augenblicke ... ... was, wenn die Schönheit sich der Vergänglichkeit widersetzt? ... was, wenn dich eine Antwort eines geliebten Menschen aus der Bahn wirft? ... was, wenn Begegnungen Schatten einer Vergangenheit werfen? ... was, wenn Augenblicke Sekunden in Stunden verwandeln? ... was, wenn Sekunden zu Stunden verschmelzen? Im hektischen Treiben unseres Lebens bleibt uns häufig kaum Zeit zum Durchatmen. Tauchen Sie ein und spüren Sie ihr nach, der inspirierenden Energie, die sich hinter jeder Zeile verbirgt... zwischen Licht und Schatten, durch die Gezeiten des Lebens ...

Geboren am 21.07.1964 in Österreich, zwei Kinder: Sohn Adrian - 20 Jahre alt, Tochter Doreen - 17 Jahre alt. Ich verbrachte elf Jahre mit wunderbaren Menschen als Laienschauspieler der Theatergruppe Reflexion in Österreich. Dort sog ich die Welt der Künste ein. Daraus entstand die Leidenschaft für das geschriebene Wort. Getrieben werde ich von Texten und Geschichten, die aufgeschrieben werden wollen. Viele Manuskripte und außergewöhnliche Autoren begleiten mich seit dieser Zeit. Schreiben ist Last und Lust zugleich für mich. Meine Dichtung 'Niemandsland' fand in der 2005er-Ausgabe der Frankfurter Bibliothek 'Jahrbuch für das neue Gedicht. 11. September.' seine Veröffentlichung.

Verführt

Es vermag zu Beginn der Geschichte verwundern, dass die Sichtweise des Schreibenden bei dieser Erzählung in die Handlung verwoben wurde. Dieser lässt aber genügend Freiraum für den Leser. Sein Urteil vergleichend, wenn man will. Gleichwohl mag es Unstimmigkeiten hervorrufen. Jedoch rate ich zur Vorsicht vor all zu schnellem moralischen Fingerzeig. Verführt zu werden, heißt nicht, unmittelbar gut oder böse zu sein.

Anmutig! Ihr Gesicht, gleichmäßig wie Ebenholz, das dunkle lange Haar, das sie zeitweise offen trug – naturgelockt oder streng nach hinten gekämmt. Aufregend, unnahbar, verführerisch. Nichts ahnend von all den hunderten Augenpaaren, die sie schon beim flüchtigen Vorbeigehen auszogen. Carmen musste sich solchen Wahrnehmungen erst gar nicht stellen, zu perfekt war ihr Dasein – und das sollte für eine geraume Weile so bleiben. Nur ein kurzer Moment der Achtlosigkeit konnte all das ins Wanken bringen. Unachtsamkeit, gegenüber ihren Gefühlen? Die Harmonie auf den Kopf gestellt? Erkennt man an dieser Passage als sorgsamer Beobachter die Lust, das Leben zu fühlen, mit all seinem süßen und bitteren Geschmack? Es ist keine Forderung der Zeit, vielmehr eine Seelenverwandtschaft, die ihr zu Füßen liegt!

Tausend Fragen und ebenso viele Antworten. Verschwommener Wirklichkeitssinn eines Hofnarren, dem es als Einzigem gestattet war, ihr Antlitz – das des Burgfräuleins – zu berühren. Geborgenheit verspüren –