: Silvio Pio Parlanti
: Die Johanna-Offenbarung Apokalypse
: TWENTYSIX EPIC
: 9783740723828
: 1
: CHF 7.90
:
: Fantasy
: German
: 404
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die Höllenscharen fallen plötzlich über Berlin her. Die Stadt wird von der Apokalypse in Ruinen und fast menschenleer hinterlassen. Ein Jahr später im Winter rettet Ben zwei Frauen bei einem Übergriff von Monstern. Verletzt setzt sich die kleinere der beiden auf und erzählt ihm inmitten mysteriöser Kriegsmönche ihre abenteuerliche Geschichte: Johanna ist schwanger, begegnet Gott und Luzifer, wird vom wieder erstarkten Templerorden begleitet, den Stab des Großmeisters aus Rom zu holen, trifft auf Dämonen und Engel, erlebt Hunger, Elend und Gewalt. Ihr Mitgefühl und ihr Tatendrang beeinflussen das politische und religiöse Gefüge. Sie schildert ihren emotionalen, postapokalyptischen Roadtrip als die moderne Maria, fantastisch, schmerzvoll und gibt doch Hoffnung für den Tag danach.

Silvio Pio Parlanti wurde 1971 in Berlin geboren, hat Vater und Verwandte in der Toskana. Er war viele Jahre erfolgreicher Grafikdesigner in den USA für Business- Image. Ein Jahrzehnt hat er sich in den 1990ern als European Director in vielen europäischen Großstädten (Mailand, Berlin, Köln, Hamburg etc.) als Leiter der Guardian Angels eingesetzt. Ebenfalls hat er der Wissenschaftlichen Akademie für Geschichte, neben dem Studium, Informationen zu den Tempelrittern und deren Besitzungen in Berlin und Brandenburg geliefert. Mit der langjährigen Auseinandersetzung von geschichtlichen Fakten und esoterischen Ideen zu dem in dem Buch behandelten Thema ergab sich die Konzeptionsidee von der möglichen Maria, die mit einem Lächeln übernommen wurde, aber auch nicht unkritisch gesehen wird. Mit Freude hat er dieses Buch geschrieben und passend zu seinem Namen, Parlanti = der Sprechende, Johannas Geschichte erzählt.

2. Ein neues Leben kurz vor dem Ende


Ein lautes Piepen drang in mein Ohr. Ich versuchte dieses unangenehme Geräusch, aus dem Gehörgang zu reiben. Doch das nervende Signal hielt an. Ich langte mit der Hand in die Richtung des schrillen Tons Quelle, erkannte eine kleine Plastikbox mit abgerundeten Kanten, oben ertastete ich einen Schalter, drückte darauf und seufzend stellte ich fest, dass dadurch der Alarm aufhörte. Ich hasste meinen Wecker. War es denn schon Zeit aufstehen? Ich fühlte mich, als wenn ich kaum geschlafen hatte. Wie spät war es? Nicht die Augen öffnen! Dann würde ich nicht wieder einschlafen können. Nein! Ich erkannte meinen Tisch. Das Display des Weckers zeigte neun Uhr dreißig an. Schon? Hätte ich arbeiten müssen, wäre ich drei Stunden früher aufgeweckt worden. Warum klingelte der heute um diese Zeit? Ich setzte mich ruckartig auf. Richtig: mein erstes Date! Jetzt war ich putzmunter. Ich warf die Decke beiseite und schwang die Beine aus dem Bett. Kaum stand ich, fiel mein Nachthemd über die Hüften herunter und rutschte mir bis zu den Knien herab. Ich sah dann in den Spiegel: Die schulterlangen, schwarzen Haare waren wild durcheinander. Das weiße Negligé leuchtete im Gegensatz zu meiner Solariumbräune hell. Ich sah mir ganz genau ins Gesicht. Ich hätte jetzt die Sommersprossen zählen können, sah mich von oben bis unten an und dann tief in die hellgrünen Augen. „Ja, du bist es, Johanna! Niemand anderes.“

Vor drei Jahren hatte ich in alle Räume große Spiegel gehangen. Ich brauchte es und wollte nach jedem Albtraum sichergehen, dass ich wirklich Johanna war. Das hatte mir der Psychologe geraten. Manche Morgen erblickte ich zwei Menschen in der Reflexion. In vielen Träumen war ich oft nur einer. Ich liebte meinen Namen! Er passte, weil es ein Synonym für den langen Kampf war und ich mich so manches Mal auf eine Art Scheiterhaufen gesehen hatte. Ich hörte den Vornamen selten. Viele Freunde und erheblich mehr Arbeitskollegen nannten mich nur Jojo. Es gab Tage, da war ich so sprunghaft wie einer. Der Spitzname passte zu mir. Wenn ich ganz unten an einer Schnur angekommen war, besuchte ich Stefan, meinen Psychologen. Oftmals stand ich auch außerhalb der wöchentlichen Sitzung in seiner Tür. Empfand ich mich aber bereit, wieder voll abzudrehen, hatte ich ein reguläres Gespräch ausfallen lassen. Ich hatte Stefan zig Mal um Nachsicht gebeten, dass er immer nur die Downs und nie meine Ups mitbekam. Dann kam er st