KAPITEL I
GYURIKA ALS VATER
„Jawohl, auch ein Fötus hört gewisse Töne bereits im Mutterleib: das Pumpen des Herzens seiner Trägerin: ein Grundrhythmus, und, wenn er hellhörig ist, auch Töne von Musik; in der Nähe einer Kirche die Glocke und in der Nähe der Kaserne den Zapfenstreich – vorausgesetzt, dass das Wachsen und Gedeihen in dem mütterlichen Dunkel auf dem Gebiet der Monarchie stattfindet, und vor allem in Ungarn, das nach 1918 noch bis Kriegsende ‚Monarchie spielte’, eine eigenartige Monarchie ohne König, doch mit einem Marine-Admiral an ihrer Spitze, dies in einem Land ohne Meer.“Aus G. M. Hofmann: „Der Auftritt des linkshändigen Dichters Alexander Galajda“
Der Kasperl
Von den Geschwistern meiner Mutter war mir damals Eva die liebste. Sie war die jüngste ihrer Schwestern, nur elf Jahre älter als ich, ein fröhliches, junges Mädchen. Sie bastelte mir einen lustigen Kasperl. Ich liebte diesen Kasperl sehr und zerrte ihn überallhin mit, vor allem in den Hof der Wohnung in der Teleky Straße, der mit seinen zahlreichen Löchern, Pfützen und gespenstisc