: Georg Maria Hofmann
: Das Kind mit den sieben Namen Roman
: Frieling-Verlag Berlin
: 9783828037489
: 1
: CHF 10.60
:
: Romanhafte Biographien
: German
: 240
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Das Familienepos nimmt seinen Lauf in der ungarischen Provinz der 1930er-Jahre, wo der Autor - damals noch ein Mädchen - zur Welt kommt. Nach und nach werden Haupt- und Nebenfiguren der Familie eingeführt und durch spannende Anekdoten zum Leben erweckt. Verzwickte bis problematische Verwandtschaftsverhältnisse kommen zum Vorschein, persönliche Erfahrungen erzählen Zeitgeschichte. Zuweilen verwischen die Grenzen zwischen Fiktion und Realität, phantastische Figuren tauchen auf. Es kommt zu Zeitsprüngen. Von den Dreißigern landet man im Jahr 1956, als ein Teil der Familie von Ungarn nach Österreich flüchtet oder in der Zukunft, als die Eltern nach Australien auswandern.

Maria Georg Hofmann wurde 1933 in Györ (Ungarn) geboren, wo er bis zu seiner Flucht nach Österreich 1956 lebte. Seinen Studienabschluss in Musik machte er am Staatlichen Bela Bartok Musikkonservatorium in Budapest. Durch das Rockefeller-Stipendium wird ihm das Studium in der Opernregieklasse von Prof. Bernhard Paumgartner ermöglicht. Seit 1959 macht sich Maria Georg Hofmann mit zahlreichen Musiktheaterproduktion einen Namen und veröffentlicht 1995 seinen ersten Roman. 1997 wird ihm der Berufstitel Professor durch den Bundespräsidenten Österreichs verliehen.

KAPITEL I

GYURIKA ALS VATER


„Jawohl, auch ein Fötus hört gewisse Töne bereits im Mutterleib: das Pumpen des Herzens seiner Trägerin: ein Grundrhythmus, und, wenn er hellhörig ist, auch Töne von Musik; in der Nähe einer Kirche die Glocke und in der Nähe der Kaserne den Zapfenstreich – vorausgesetzt, dass das Wachsen und Gedeihen in dem mütterlichen Dunkel auf dem Gebiet der Monarchie stattfindet, und vor allem in Ungarn, das nach 1918 noch bis Kriegsende ‚Monarchie spielte’, eine eigenartige Monarchie ohne König, doch mit einem Marine-Admiral an ihrer Spitze, dies in einem Land ohne Meer.“Aus G. M. Hofmann: „Der Auftritt des linkshändigen Dichters Alexander Galajda“

Teleky Straße

Der Kasperl

Von den Geschwistern meiner Mutter war mir damals Eva die liebste. Sie war die jüngste ihrer Schwestern, nur elf Jahre älter als ich, ein fröhliches, junges Mädchen. Sie bastelte mir einen lustigen Kasperl. Ich liebte diesen Kasperl sehr und zerrte ihn überallhin mit, vor allem in den Hof der Wohnung in der Teleky Straße, der mit seinen zahlreichen Löchern, Pfützen und gespenstisc