Vom MUTigen Hasen und dem SELBSTBESTIMMTEN LEBEN
Lass mich mit einer kleinen Geschichte starten:
Im Wald sterben die Tiere und man erzählt sich, der Bär habe eine Todesliste und wer daraufsteht, stirbt. Eines Morgens ist der Hirsch tot. Igel und Fuchs treffen sich ganz aufgeregt und der Igel sagt zum Fuchs: „Fuchs, hast du schon gehört, der Bär hat wirklich eine Todesliste. Der Hirsch stand drauf und der Hirsch ist tot. Und ich, ich bin bestimmt der Nächste.“
Der Fuchs und der Igel wissen beide nicht, was sie tun können, außer Angst zu haben und um ihr Leben zu fürchten. Die beiden gehen ratlos auseinander. Am nächsten Morgen, wie sollte es anders sein, ist der Fuchs tot!
Der Igel läuft wieder ganz aufgebracht durch den Wald und trifft auf den kleinen Angsthasen: „Häschen, Häschen, hast du schon gehört, der Bär hat wirklich eine Todesliste und wer draufsteht, stirbt. Der Hirsch stand drauf und der Hirsch ist tot. Der Fuchs stand drauf und der Fuchs ist tot. Und ich, ich bin bestimmt der Nächste.“ Die beiden beraten sich ganz aufgelöst, aber keinem fällt etwas ein, was sie tun können. Und so gehen beide auseinander und fürchten um ihr Leben.
Am nächsten Morgen, wie sollte es anders sein, ist der Igel tot. Der kleine Angsthase läuft panisch durch den Wald, aber er trifft auf kein Tier mehr. Es scheint wirklich wahr zu sein, denkt der kleine Angsthase, der Bär hat eine Todesliste und wer daraufsteht, stirbt. Und ich, ich bin bestimmt der Nächste.
Das Häschen hat furchtbare Angst um sein Leben und versucht all den MUT, den es normalerweise in seinem Alltag nicht finden kann, zu aktivieren. Und es macht sich – MUTig und ängstlich zugleich – auf zur Bärenhöhle. An der Höhle angekommen, atmet es tief durch und traut sich anzuklopfen. Der Bär öffnet brummig das Steintor vor seinem Bau und schaut das Häschen grimmig, aber auch neugierig an. „Das traut sich was!“, denkt der Bär.
Das Häschen hat sich auf dem gesamten Weg schon die folgenden Sätze vorgesagt und schafft es nun, den Bären zu fragen:
„Du, Bär, stimmt es wirklich? Hast du eine Todesliste und wer draufsteht, stirbt?“
„Ja“, brummt der Bär, „genauso ist es!“ Und das Häschen fragt mit zitternder Stimme weiter: „Du Bär, stehe ich denn auch auf deiner Todesliste?“ „Ja“, brummt der Bär, „du stehst auch drauf, schau, hier – und du bist sogar der Nächste!“
Da wird dem kleinen Angsthasen ganz bang ums Herz und er erinnert sich einmal mehr, wie sehr er das Leben liebt, und bekommt so das letzte Stückchen MUT zu fassen, das ihm geblieben ist: „Du Bär, kannst du mich streichen von deiner Liste?“ Der Bär ist erstaunt, macht große Augen und gleichzeitig ist er zutiefst beeindruckt von der Frage des Häschens. Ihm fällt nichts weiter ein als zu erwidern: „Na gut, Häschen, ich streiche dich von meiner Liste. Wo du so nett fragst!“
Und so kam es, dass das kleine Häschen von der Todesliste des Bärs gestrichen wurde und gleichzeitig e