Heute
Fenja
„Tut es sehr weh?“ fragte ich Asha, die mich mit ihren großen, haselnussbraunen Augen dabei beobachtete, wie ich hochkonzentriert ihre Pfote untersuchte.
Ich entdeckte den Übeltäter in Form eines langen dicken Dornes und zog ihn blitzschnell mit der Pinzette heraus.
Asha zuckte nicht einmal, aber das hatte ich auch nicht anders von ihr erwartet.
Wenn ich sie mit wenigen Worten beschreiben müsste, würden Diese wohl sanft, treu, intelligent und wunderschön lauten.
Ich hatte sie als Welpe von einer Frau übernommen, deren Hündin unabsichtlich vom Nachbarshund gedeckt wurde. Eigentlich wollte ich zu diesem Zeitpunkt gar keinen Hund haben.
Ich las durch Zufall im Wochenblatt von Windhund-Mix-Welpen und war erstmal nur neugierig.
Ich rief die Verkäuferin der Welpen an und unterhielt mich nett mit ihr. Als sie mir mitteilte, um welche Rassenzusammenstellung es sich genau handelte, musste ich einfach hinfahren und mir den Wurf anschauen.
Die Mutter der Welpen war eine Kreuzung aus Schäferhund und Afghane, der Vater ein Rottweiler-Labrador-Schäferhund-Mischling.
Als ich nach Feierabend bei der Dame ankam, bot sich mir allerdings zuerst ein Bild, dass mich traurig machte.
Eine völlig ausgemergelte mittelgroße Hündin, mit blutigem Gesäuge stand neben ihrer Besitzerin.
Die Frau gab mir die Hand und stellte sich mir als Nadine vor.