: Karin Jody Parkhof
: Nordpol, Südpol, Denkpol Eine Expedition zu Bewusstsein und Lebensfreude
: Books on Demand
: 9783741298073
: 1
: CHF 10.60
:
: Spiritualität
: German
: 361
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die wichtigste Reise, die Sie antreten können, ist die Expedition zu Bewusstsein und Lebensfreude. In diesem Buch stelle ich Ihnen einen Generalschlüssel für Lebensfreude und Erfolg vor. Sie kennen ihn möglicherweise noch nicht und doch besitzen Sie ihn. Sie setzen ihn oft unbewusst ein, doch damit ereignet sich Erfolg nur per Zufall. Der Schlüssel ist die Fähigkeit des Menschen, die unterschiedlichen Qualitäten seines Denkens (Denkpole) bewusst wahrzunehmen und zu steuern. Er ist verantwortlich für die gute Balance im Leben sowie den beruflichen und privaten Erfolg. Mit diesem Schlüssel können Sie Ihr Leben nach Ihren Wünschen und Zielen gestalten.

Karin Jody Parkhof, Jahrgang 1955, ist Expertin für persönliches Change Management. Das Leben hat sie immer wieder aufgefor-dert, sich neu zu definieren, offen zu sein für Neues. Sie verfügt über 30 Jahre Berufserfahrung als Verkaufsleiterin, Ma-nagementtrainerin und Coach in großen internationalen Unterneh-men. Dort hat sie Trainingsprogramme mit den Schwerpunkten Persönlichkeitsentwicklung, Management, Vertrieb und Burn-out Prävention entwickelt und umgesetzt. Heute ist Karin Jody Parkhof als freiberufliche Persönlichkeitsent-wicklerin für bewusste, eigenverantwortliche Lebensgestaltung tä-tig. Ihr Motto: Dem Tag mehr Leben geben. Karin Jody Parkhof ist verheiratet, Mutter von einem erwachsenen Sohn, der im europäischen Ausland als Arzt arbeitet, sie reist lei-denschaftlich gerne und lebt einen Teil des Jahres mit ihrem Ehe-mann zusammen auf einem Boot im Mittelmeer.

Spieglein, Spieglein an der Wand: Wer bin ich?


 

Das Gehirn ist für mich eine Art Festplatte: Hier sind Erfahrungen, Erlebnisse, Werte, Glaubenssysteme, Normen, Verhaltensmuster und vieles mehr gespeichert. Das, was der Mensch von klein auf von seinen Eltern und seinem Umfeld erfahren hat, was ihm vorgelebt wurde und er dann oft unreflektiert übernommen hat - alles ist hier festgehalten. Manfred Spitzer23 schrieb dazu, jedes Gehirn sei nur ein Protokoll von dessen Benutzung.24

 

Alles, was im Protokoll steht, ist jedoch Vergangenheit. Neue Lösungen können aus dem Bekannten heraus nicht entstehen. Es ist, als würde der Mensch auf den Spuren von gestern wandeln und erwarten, dass diese Spuren ihn woanders hinführen. Das tun sie aber nicht. Wann immer ich meine Zukunft aus alten, oft überholten Verhaltensmustern und Einstellungen heraus gestalte, trägt das Neue bereits den Keim der Vergangenheit in sich. So entstehen lauter kleine Vergangenheiten.

 

Daniel Kahneman25 schrieb, dass das Leben von dem erinnernden Ich bestimmt sei.26 Als Metapher für die angenommene Identität bzw. für das Ego habe ich den Begriff der beschriebenen Leinwand27 gewählt. Für mich macht dieser Begriff deutlich: Alles, was hier festgehalten wird, ist angenommen und identitätsbildend. So wird der Mensch zu seiner eigenen Geschichte und sagt: „Das bin ich!“ Doch das stimmt nicht, der Mensch ist mehr als seine Geschichte, mehr als seine angenommene Identität.

 

Mensch: Ein Lebewesen, so angetan von Illusionen über sich,

dass es völlig vergisst, was es eigentlich sein sollte.28

Ambrose Bierce29

 

Ich habe es als sehr heilsam erfahren, meine vielen kleinen Geschichten, die nach und nach zu meinem Gewordensein geführt haben, zu hinterfragen: Das bin ich und das bin ich nicht, doch wer bin ich dann wirklich? Im Laufe meines Lebens habe ich vieles von dem Angenommenen wieder aufgegeben oder verändert. Auf diese Weise aktualisiere ich die Einträge auf meiner Leinwand, und dieser Prozess ist eine fortwährende Aufgabe.

 

Ein Beispiel dafür ist mein Harmoniestreben, das ich aus dem Elternhaus übernommen habe. Das hat mich in meinem Leben immer wieder in ungute Situationen gebracht. Irgendwann habe ich begonnen, mich mit diesem Muster auseinanderzusetzen. Ich habe gelernt, den Mut aufzubringen, Konflikte aktiv anzusprechen und Disharmonie auszuhalten. Wichtig war für mich zu begreifen: Ich habe keine Verantwortung für die Emotionen anderer Menschen. Jeder ist für seine Emotionen selbst verantwortlich.

 

Das Ego strebt danach, im Einklang mit der eigenen Geschichte zu sein, und zieht ähnliche Erlebnisse immer wieder aufs Neue an. Dies entspricht dem Gesetz der Resonanz. Damit erhält das Ego die Nahrung, die es braucht: Bestätigung und Stärkung. Die eigene Geschichte wird vom Ego vehement verteidigt, als hinge sein Leben davon ab, weil es einen Identitätsverlust nur schwer hinnehmen kann.

 

Beobachtet habe ich zudem, dass ein Leben aus der angenommenen Identität heraus unfrei ist und unfreie Handlungen und Situationen mit sich bringen. Was bedeutet das konkret?

 

Ich habe ein Beispiel dazu:

Peter ist 58 Jahre alt, Vertriebsleiter in einem Pharmaunternehmen. Aufgrund von Umsatz- und Gewinnrückgängen wird er entlassen. Führungskraft zu sein war ein wesentlicher Bestandteil seiner Identität - daraus hat er Selbstbewusstsein, Status und Ansehen bezogen, nicht nur in der Familie, sondern auch im Freundes- und Bekanntenkreis. Nun bricht dieses große Stück Identität weg. Er ist in den eigenen Augen nicht mehr der, der er war. Finanziell ist er abgesichert, das Haus ist abgezahlt, die Abfindung reicht aus, bis die Rentenzahlungen und die Lebensversicherung greifen.

 

Doch der Identitätsverlu