: T. Colin Campbell
: China Study Pflanzenbasierte Ernährung und ihre wissenschaftliche Begründung
: Verlag Systemische Medizin AG
: 9783864010590
: 4
: CHF 19.60
:
: Ernährung
: German
: 490
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Gesund ohne tierisches Eiweiß Wir essen zu viel Fleisch und zu viele industriell verarbeitete Lebensmittel. Die Folgen sind unübersehbar. Chronische Krankheiten wie Fettleibigkeit, Diabetes, Bluthochdruck, Krebs und Herzkrankheiten sind weltweit auf dem Vormarsch. Die direkten Zusammenhänge zwischen unserer Ernährung und der Entstehung vieler chronischer Erkrankungen sind längst wissenschaftlich belegt! Der renommierte Ernährungswissenschaftler T. Colin Campbell leitete die bis heute umfassendste Studie über Ernährung, Lebensweise und Krankheit in der Geschichte der biomedizinischen Forschung, die sogenannte China Study. Diese umfassend erweiterte und aktualisierte Neuauflage belegt, dass eine pflanzenbasierte Ernährung die Entstehung von Krebs, Rheuma, Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Diabetes und Adipositas verhindern kann. Auch können diese Krankheiten durch eine naturbelassene Pflanzenkost erfolgreich bekämpft werden.

1Probleme, die wir haben – Lösungen, die wir brauchen

 

Wie kann einer, der Nahrungsmittelnicht kennt,
die Krankheiten des Menschen verstehen?

Hippokrates(ca. 460–370 v. Chr.)

 

An einem sonnigen Morgen im Jahr 1946, als der Sommer fast vorbei war und der Herbst schon beginnen wollte, war alles, was auf der Milchfarm meiner Familie zu hören war, Stille. Da gab es kein Brummen von vorbeifahrenden Autos, keine Flugzeuge, die hoch oben ihre Kondensstreifen hinterließen, nur Stille. Da waren natürlich die Singvögel, die Hähne krähten hin und wieder, aber diese Geräusche belebten nur die Stille, den Frieden.

Als glücklicher, zwölfjähriger Junge stand ich im ersten Stock unserer Scheune, deren gewaltige, braune Tore geöffnet waren und die Sonnenstrahlen hereinließen. Ich hatte gerade ein großes Bauernfrühstück zu mir genommen, bestehend aus Eiern, Speck, Wurst, Bratkartoffeln, Schinken und ein paar Gläsern Vollmilch. Meine Mutter hatte diese fantastische Mahlzeit zubereitet. Mein Appetit war seit 4.30 Uhr Früh gewachsen, seit ich aufgestanden war, um mit meinem Vater Tom und meinem Bruder Jack die Kühe zu melken.

Mein Vater, damals 45 Jahre alt, stand mit mir in der sommerlichen Stille. Er öffnete einen 25 kg Sack mit Alfalfasamen und leerte all die kleinen Samen auf den Holzboden des Stalls. Dann öffnete er eine Schachtel mit einem feinen, schwarzen Pulver. Das Pulver, erklärte er mir, enthielt Bakterien, die das Wachstum der Alfalfasamen förderten. Sie würden sich an die Samen heften und während ihrer gesamten Lebensdauer zu einem Teil der Wurzeln der heranwachsenden Pflanze werden. Nach nur zwei Jahren formeller Schulbildung war mein Vater stolz darauf zu wissen, dass die Bakterien die Alfalfapflanze darin unterstützten, Stickstoff aus der Luft in Protein zu verwandeln. Das Protein, erklärte er mir, sei gut für die Kühe, die es letztendlich fraßen. So bestand unsere Arbeit an diesem Morgen aus dem Mischen der Bakterien mit Alfalfasamen, bevor wir sie aussäten. Neugierig wie ich war, fragte ich meinen Dad, warum und auf welche Weise das funktionierte. Er freute sich, es mir zu erklären, und ich freute mich, es zu hören. Hierbei handelte es sich um wichtiges Wissen für einen Bauernjungen.

Siebzehn Jahre später, im Jahr 1963, erlitt mein Vater seinen ersten Herzinfarkt. Er war 61 Jahre alt. Im Alter von 70 Jahren starb er an einem zweiten, massiven Koronararterienverschluss. Ich war am Boden zerstört. Mein Vater, der so viele Tage mit meinen Geschwistern und mir auf dem stillen Land verbracht hatte und uns Dinge lehrte, die ich immer noch in meinem Herzen bewahre, war von uns gegangen.

Jetzt, nach Jahrzehnten experimenteller Studien über Ernährung und Gesundheit, weiß ich, dass genau diese Erkrankung, die koronare Herzkrankheit (KHK), die meinen Vater getötet hatte, nicht nur verhindert, sondern sogar rückgängig gemacht werden kann. Die Gesundheit der Herzgefäße ist ohne lebensbedrohende Operationen und ohne potenziell tödliche Arzneimittel möglich. Ich habe herausgefunden, dass