Daniela Caixeta Menezes
Enrosadira
Ihre Beine zitterten so stark, dass Lissi Sorge hatte, sie könnte jeden Moment umkippen. Sie fühlte sich wie ein frisch geborenes Lämmchen, das unbeholfen über die ihm noch unbekannte Wiese stakste, unfähig, auch nur dem Hauch eines Windstoßes standhalten zu können. Überall am Körper lief ihr der Schweiß herunter, während es sie gleichzeitig so fröstelte, dass sie ein unbändiges Verlangen verspürte, eine weitere Lage überzuziehen.
Lissi versuchte, sich selbst zu beruhigen, indem sie sich gut zuredete. Jetzt bloß nicht die Nerven verlieren, ermahnte sie sich, es wird schon alles gut gehen. Aber was sie auch tat: Ihre Angst vor dem immer schmaler werdenden Pfad, der sich direkt vor ihr in einen veritablen Grat verwandelte, übermannte, ja lähmte sie.
Außer dem schwachen Schein ihrer Stirnlampe umgab sie nichts als Dunkelheit. Dadurch wurde Lissi schmerzhaft an den Wetterbericht erinnert, der zwar einen herrlichen Tag, aber eine ungewöhnlich schwarze, mond- und sternenlose Nacht vorhe