3.
Die Nacht war lang. Ich schlief nicht eine Minute. Wenn ich die Augen schloss, erschien jedes Mal die gleiche Szene auf der Leinwand meines inneren Kinos, Nebel, das rote Auto, die Augen der Frau, weißes Licht. Lange lag ich deshalb mit offenen Augen und, wegen der gebrochenen oder angebrochenen Knochen, in unbequemer Stellung.
So hatte ich viel Zeit, das Gespräch mit der Polizei zu rekapitulieren. Es kamen zwei Beamte. Der Mann, von bulliger Statur, durchtrainiert, markantes Gesicht, sagte kaum ein Wort. Er überließ das Reden der Kollegin an seiner Seite. Das ganze Szenario wirkte auf mich fast so, als wäre er nur als ihr Bodyguard mit von der Partie. Von ihr wusste ich jetzt, was passiert war, in allen unschönen Einzelheiten. Der Laster hinter mir ist mit hohem Tempo ins Stauende, also in meinen Transporter gerast und hat ihn erst auf den roten Kleinwagen, dann beide Wagen auf den Monstertruck vor uns geschoben. Der kleine rote Wagen wurde praktisch wie eine Ziehharmonika zusammengepresst und teils unter den vorderen Truck geschoben. Die Frau hatte keine Chance und verstarb noch an der Unfallstelle. Das Kind überlebte schwerverletzt und wurde in eine Spezialklinik geflogen. Ich kam mit relativ leichten Blessuren davon, wenn man die Umstände bedenkt. Der Fahrer des LKW, der mich rammte, erlitt noch leichteren Verletzungen und befand s