: Helmut Maren Mewes
: Russenbalg Gedanken für die Seelentruhe
: Books on Demand
: 9783756811779
: 1
: CHF 10.60
:
: Romanhafte Biographien
: German
: 216
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Mir fehlt es an nichts. Ja, ich bin sogar sehr zufrieden mit meinem Leben. Auch, wenn ich sicher mal Pech hatte oder mir Fehler unterlaufen sind. Um noch mehr über meine Eltern zu erfahren, suchte ich das Stadtarchiv in Unna auf und kramte in meinem Gedächtnis herum. Tja, wenn man sich erst mal erinnert, kommt das eine zum anderen. Auch einiges, an das man nicht so gerne denkt. Bei mir war es besonders schlimm. Das Ergebnis zeigt nämlich einen Schwächling, der nur aufgrund einer unwahrscheinlichen Verkettung von sehr glücklichen Umständen zu dem wurde, der ich bin.

„Es ist nicht wichtig wer Du bist, sondern was sie denken, wer Du bist.“ (Andy Warhol, Künstler)


Mein Opa Gustav war 1948 gestorben. Seine Witwe, also meine Oma Frieda und ihre Tochter, meine Tante Irmgard lebte mit uns auf Korsika.

Erstaunlich. Obwohl wir zu sechst auf 60 bis 70 qm wohnten, kann ich mich kaum an die beiden erinnern. Außer an einen Fall, bei dem ich Oma um Hilfe gebeten hatte.

Da war ich in einen Graben und eine aufrecht stehende Glasscherbe gesprungen. Sie stach durch meine Gummistiefel und ich zog mir eine stark blutende Schnittwunde zu.

Erschrocken rannte ich zur Oma. Sie winkte nur ab: „Warte bis Deine (Maua) Mutter nach Hause kommt.“ Dann schlurfte sie weiter. Keine Ahnung, ob mich das beruhigt oder ich mit dem Leben abgeschlossen hatte.

Meine Mama arbeitete damals in einer Fabrik und kam erst Stunden später nach Hause. Regulärer Feierabend.

Hm