: Katrin Neumayer
: Installationen Neumayer Eine Erzählung über die Baustellen des Lebens
: Buchschmiede von Dataform Media GmbH
: 9783991397083
: 1
: CHF 8.70
:
: Erzählende Literatur
: German
Ein Café, das aussieht wie ein Installationsbetrieb? Diese Entdeckung macht Ronja während ihres zweiwöchigen Urlaubs mit ihrer Familie in einem kleinen Fischerdorf. Auf ihrer ersten Erkundungstour trifft sie die Besitzerin des Cafés. Im Verlauf ihrer Begegnungen erzählen die alte Dame und auch andere Einwohner des Dorfes der jungen Frau von den Baustellen ihres Lebens. Das trifft sich gut, denn sie steht gerade selbst vor einer der größten Baustellen in ihrem bisherigen Leben. Was soll sie nun nach ihrem Schulabschluss machen? Diese Entscheidung kann ihr zwar keiner abnehmen, aber dafür bekommt sie wertvolle Einblicke in das Leben der Dorfbewohner und lernt dabei, wie wichtig ein verständnisvolles und respektvolles Miteinander ist. Sie wird mit folgenden Baustellen konfrontiert: Vertrauen, Angst, Mut, Neid, Vorurteile, Fehler, Dankbarkeit und Vergebung.

Katrin Neumayer wurde 1996 im Bezirk Kitzbühel in Tirol geboren. Sie ist ein sehr geselliger, fröhlicher und hilfsbereiter Mensch. Am liebsten verbringt sie Zeit mit ihrer Familie und mit ihren Freunden und sie schätzt ihre Heimat sehr. Nichtsdestotrotz zieht sie immer wieder in die Welt hinaus, um sich neuen Herausforderungen zu stellen. Nach der Matura begannen einige sehr ereignisreiche Jahre: eine 3-monatige Reise durch Australien, unzählige Städtetrips, viele durchzechte Nächte, Ausflüge mit Freunden. Und beruflich blieb es ebenfalls immer sehr spannend. Während andere schon genau wussten, was sie mit ihrem Leben anfangen, stellte Katrin sich immer die Frage, was ihr wohl am meisten Freude bereiten würde und womit sie einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft leisten kann. So entstand ihr erstes Buch. Ihr war es schon immer ein Anliegen, anderen zu helfen und verstehen zu können, warum Menschen sich so verhalten, wie sie es eben tun.

Einleitung

Zwei Wochen in einem 500-Einwohner-Dorf. Das kann ja heiter werden, denke ich mir, als mein Vater gerade die Heckklappe mit einem festen Ruck schließt und ich mich neben meinen Bruder ins Auto setze. Zwei Wochen mit der ganzen Familie in einem öden Fischerdorf an der Nordsee. So habe ich mir meine letzten Ferien ganz bestimmt nicht vorgestellt, aber mein Vater wollte unbedingt noch einen gemeinsamen Familienurlaub machen, bevor ich wegziehe und zu studieren beginne. Was und wo ich studieren werde oder ob ich überhaupt studieren werde, steht zwar noch nicht fest, zumindest für mich nicht, aber mein Vater ist der festen Überzeugung, dass ich mich nach dem Sommer an der Uni einschreibe und die Karriereleiter nach oben klettern werde. Ich denke über meine ungewisse Zukunft nach, das schwarze Loch, das sich da vor mir ausbreitet. Dann mischen sich wieder Bilder von meinen Freundinnen in meine Gedanken – wie sie bei 30 Grad am Strand liegen, Sommerkleider an Marktständen kaufen, abends Sangria trinken. Eigentlich hatte ich vor, mit ihnen nach Ibiza zu fliegen. Jetzt sitze ich hier, im Auto, auf den Weg in den Norden mit meiner Familie.

Bevor ich mich weiter mit dem Thema beschäftigen kann, höre ich meine Mutter aufgeregt fragen: „Seid ihr alle bereit?“

Mein Bruder Oskar, der zehn Jahre jünger ist als ich, stimmt ihr freudig zu. Er kann den Urlaub kaum erwarten und so sitzt er nun voller Vorfreude neben mir. Es wundert mich, dass er sich nicht schon die Schwimmflossen angezogen hat, so zappelig wie er ist. Als wir alle angeschnallt sind, startet mein Vater das Auto und so geht die vierstündige Autofahrt los.

Die Fahrt ist, im Gegensatz zum hektischen Packen in der Früh,