: Uwe Siebert
: Niedergang der Götter Teil 3 Von Kaisern und Königen
: Pandämonium
: 9783944893297
: 1
: CHF 5.40
:
: Fantasy
: German
: 326
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Wie von Pandora geweissagt, steht eine Zeit großer Ereignisse bevor. Und so hat sich niemand anderes als der totgeglaubte König Larkyen den in Nemar stationierten Widerstandskämpfern angeschlossen. Das gefürchtete Totenheer folgt seinen Befehlen und gemeinsam beziehen sie ihre Stellung in den Sümpfen des einstigen Fürstentums. Der erwartete Großangriff erfolgt, Strygar und seine Mutter Santharia führen ihre Heere höchstpersönlich auf Nemar zu. Und während sich der Himmel verdunkelt und das Erdreich erbebt, tobt eine Schlacht, deren Ausgang eine ganze Epoche nachhaltig prägen wird.

Bereits seit seiner Kindheit begeistert sich Uwe Siebert für Literatur. Schon früh ersann er eigene Geschichten. Im Verlauf seines Lebens entwickelte er ein großes Interesse für archaische Mythen und Sagen, die er in das Konzept seiner Romane einfließen ließ. Besonders beliebt sind seine Dark-Fantasy-Geschichten um den grausamen Krieger Larkyen, der in einer frühzeitlichen Welt ums Überleben kämpft. Uwe Siebert betrieb zwischenzeitlich diverse berufliche Tätigkeiten, so führte er u. a. einen Underground Mailorder für Rock - und Heavymetal Bands. Er lebt im Landkreis Kassel. Jedes Jahr verbringt er einige Zeit in Norwegen und erfreut sich an der dortigen Landschaft, sowie an ausgedehnten Wandertouren durch das Hochgebirge. Auch weiterhin widmet er sich mit großer Freude dem Schreiben.

Kapitel 1 – Die Finsternis naht


An den Nemar zugewandten Ausläufern des gewaltigen Pregargebirgskammes hatte sich das Totenheer versammelt. Das erste Licht des Tages umspielte die verschwommenen Konturen von annähernd einhunderttausend schemenhaften Gestalten. In den Sümpfen hatten sie sich am Rüstzeug der Gefallenen bedient, um es einzig aus alter Gewohnheit anzulegen. Das schlammverschmierte und rostige Eisen verlieh ihnen ein umso furchteinflößenderes Erscheinungsbild. Zusätzlich hatte ihr König ein Drittel von ihnen mit den schwarzstählernen Waffen der bisher gefallenen Kultisten und Widerstandskämpfer ausgestattet. Schulter an Schulter standen sie nun da, blickten mit flammenden Augen zu ihm, der auf einem Felsvorsprung stand, empor. Fortwährend konnte Larkyen ihre Unruhe spüren, sie sehnten sich nach der letzten Schlacht, nach dem Ende des einst von ihnen geleisteten ewigen Schwurs. Dennoch misstrauten insbesondere Shagoraz und Lyra den Kentaren noch immer und wollten nicht glauben, dass Varnak Eisenzahn sich an sein gegebenes Wort hielt. All ihre Bedenken und Warnungen stießen bei Larkyen auf taube Ohren. Lange genug war er mit dem Totenheer verbunden, um zu wissen, wie bedeutsam der Sieg in einem Zweikampf für einen jeden Kentaren war und welch immenser Wert der Kriegerehre beigemessen wurde.

Varnak verharrte nur wenige Schritte von Larkyen entfernt, in der rechten Hand hielt er ein Schwert aus den alten Schmieden Eisenburgs. Ohne Weiteres hätte er ihn damit niederstrecken können, aber nichts dergleichen sollte geschehen. Zusammen mit allen anderen Kentaren lauschte er den von Larkyen verkündeten Einzelheiten der geplanten Schlachtordnung. Wie schon damals während des Feldzugs im Westen unterteilte der König das Totenheer in zwei gleichgroße Armeen:

DieErste Armee sollte sich ringförmig um die Festung und das Schloss herum postieren.

DieZweite Armee stand unter seiner persönlichen Führung und würde zusammen mit den Wolfsrudeln an den Hängen des Pregargebirges warten. Die erhöhte Position garantierte eine gute Aussicht auf das Schlachtfeld sowie über weite Teile der Sümpfe und die angrenzenden Gebiete. Erst wenn sich die Kultisten und die Schattenbringer zeigten, war der Zeitpunkt ihres Einschreitens gekommen.

Die vereinigten Rudel hatten sich in einem nahen Waldstück versammelt, wo sie sich vorerst verbargen. Zuweilen zeigten sich einzelne Tiere zwischen den Stämmen der Bäume, unter ihnen auch der große, weiße Wolf. Die Kentaren, insbesondere jene alsWerwölfe berühmt-berüchtigten Krieger, kommunizierten mit ihnen über Bell-, Heul- und Knurrlaute, demonstrierten so ihre ewige Verbundenheit zu dem Raubtier, welches ihr Banner schmückte.

„Heil Larkyen, König von Kentar!“, rief Varnak aus. Und die Kentaren der Ersten und Zweiten Armee fielen in den Ruf ein.


Hätte Larkyen nicht um die mittlerweile beängstigende Macht des Herrn der Finsternis gewusst, wäre er jetzt schon siegessicher gewesen. Mit dem Totenheer hätte ein Tyrann die Welt erobern können. Niemals aber unterschätzte er die Elementarmagie, deren gleißendes Feuer sogar die ältesten Gespenster verzehrte. Doch hielt er auch die Warnungen des Kriegsgottes sowie der Hexe des Ewigen Waldes vor der Zeitenwende und dem Verschwinden der Götter in seinen Gedanken fest. Wahrlich gab es viele Prophezeiungen, Überlieferungen und Mutmaßungen über zukünftige Ereignisse und das Ende der Welt, nicht einmal ein Bruchteil davo