Vorwort
Vor einigen Jahren hätte ich angesichts des Untertitels, den dieses Buches trägt, reflexartig mit Skepsis reagiert. Dies nicht nur in Bezug auf die umfassende Zielsetzung eine Erkenntnistheorie formulieren zu wollen, sondern auch auf Grund des zweifelhaften Fundaments auf dem diese Zielsetzung baut. Wie soll man auf dem Fundament einer so abstrusen Zunft, wie der Pataphysik, denn eine Erkenntnistheorie bauen können? Wie kann man denn so etwas ernsthaft behaupten wollen?
Wie kam es also dazu, dass sich meine Haltung der Pataphysik gegenüber so verändert hat, wie dazu, dass ich die Pataphysik nun tatsächlich ernst nehmen kann?
Dies sind die ersten Fragen die sich hier stellen und natürlich auch solche nach einer Legitimation: Wie kommt es dazu, dass du dir zutraust so ein Buch zu schreiben? Wie kannst du behaupten diesbezüglich eine Expertise zu besitzen?
Besonders viel habe ich in Bezug auf die Pataphysik in der Tat vorerst nicht vorzuweisen, ich kann hier nur die Geschichte erzählen, wie es dazu kam, kann nur über den Weg berichten, der mich eben hierher an diesen Punkt geführt hat. Die Frage nach der Legitimation ist mir in all den Jahren ein ständiger Begleiter gewesen. Wie oft bin ich nach einer Legitimation gefragt worden, nach meiner Expertise, nach meiner Profession, um zu bestimmen, was ich bin und ob mir zu trauen ist. „Was bist du", sagte man, „Künstler oder Wissenschaftler?", und das immer mit ein wenig Skepsis. „Bist du denn darstellender Künstler, dass du dich in einer Performance vor ein Publi