: Rudyard Kipling
: Lange Latte und Genossen
: OTB eBook publishing
: 9783987445644
: Classics To Go
: 1
: CHF 1.80
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: Belletristik
: German
: 202
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Kipling erzählt in Lange Latte& Genossen von den Erlebnissen und Abenteuern heranwachsender Jugendlicher in einer englischen Boarding School.

I.


Im Versteck.


Im Sommer bauten sich alle vernünftigen Jungen Hütten in den Ginsterbüschen auf dem Hügel hinter dem Schulgrundstück. Es waren eigentlich nur kleine Schlupfwinkel, die sie da mitten aus dem stachligen Strauchwerke herausschnitten, voll von Stümpfen, Wurzeln und Dornen. Seitdem das aber streng verboten war, erschienen sie als Prachtpaläste. »Latte«, »M'Turk« und »Käfer« hatten sich jetzt schon den fünften Sommer mit Biberemsigkeit einen Platz der Ruhe und des Nachdenkens gebaut. Und dort rauchten sie.

Nach Mister Prouts, ihres Hausmeisters, Ansicht, hatten sie nicht die geringsten Achtung einflößenden Charaktereigenschaften, und Foxy, der verschmitzte rothaarige Schuldiener, traute ihnen erst recht nicht. Sein Geschäft war, Tennisschuhe zu tragen, mit einem Krimstecher herumzulaufen und wie ein Habicht auf schlimme Jungen niederzustoßen. Wäre es nach ihm gegangen, dann hätte man die Hütte mit einer plötzlichen Razzia überrascht, denn Foxy kannte seine Leute. Die Vorsehung bewog indes Mister Prout, dessen Spitzname, von der Größe und Gestalt seiner Füße hergeleitet, Huftier lautete, auf eigene Rechnung zu untersuchen. Es war der vorsichtige Corkran, seiner Länge wegen »Latte« genannt, der die Spuren seiner Pfötchen in der Gegend ihres Lagers fand, an einem friedlichen Nachmittag, als er gerne Prout und Schularbeiten bei einem Indianerbuch und einer neuen Holzpfeife vergessen hätte. Robinson, beim Anblick der Fußspur, raffte sich nicht schneller auf als Latte. Er brachte die Pfeifen weg, fegte die umherliegenden Streichhölzchen fort und eilte dann, Käfer und M'Turk zu warnen.

Es war aber charakteristisch für den Jungen, daß er seine Verbündeten nicht eher aufsuchte, als bis er sich an den kleinen Hartopp gewandt hatte, den Leiter des Naturwissenschaftlichen Vereins, eines Instituts, das Latte aus tiefstem Herzen verachtete. Hartopp war höchlichst überra