Erster Teil
I
An einem schönen Herbsttage saß Herr Andrzej Kmicic unter dem schattigen Dache seines Gartenhauses und zuweilen einen Krug mit Meth an die Lippen setzend, betrachtete er durch das von wildem Hopfen bewachsene Gitterwerk seine Ehegemahlin, welche auf einem sorgfältig gesäuberten Wege vor dem Gartenhause lustwandelte.
Sie war eine ungewöhnlich schöne Frau mit ihren hellen Haaren und den fast engelhaften Zügen, in denen sich Heiterkeit und Frohsinn ausdrückte. Langsam und vorsichtig schritt sie dahin, getragen von der Empfindung, daß Gottes Segen auf ihr ruhe.
Herr Andrzej Kmicic schaute sie mit unendlicher Liebe an. Sein Blick verfolgte sie fortwährend mit der Anhänglichkeit eines treuen Hundes, der seinen Herrn nicht aus den Augen läßt. Manchmal lächelte er, denn große Freude erfüllte sein Herz bei ihrem Anblick, und er drehte wohlgefällig seinen Schnurrbart in die Höhe.
Dabei malte sich aber auch eine gewisse Leichtfertigkeit in seinem Gesichtsausdruck. Offenbar war er ein Kriegsmann, der Vergnügen an allerlei Scherz und Kurzweil fand, und der in seinen Junggesellenjahren viele lustige Streiche gemacht hatte.
Die Stille im Garten wurde nur hie und da durch das Herabfallen einer überreifen Frucht und durch das Summen der Insekten unterbrochen. Es war im Anfang des September und das Wetter schön und beständig. Die Sonne brannte nicht mehr so heiß, sandte aber immer noch goldene Strahlen hernieder. In ihrem Scheine schimmerten rotbackige Aepfel in solcher Fülle unter den graugrünen Blättern hervor, daß die Aeste vollständig davon übersät zu sein schienen. Auch die Zweige der Zwetschenbäume bogen sich förmlich unter der Last der wie mit Wachs überzogenen Früchte.
Ein leichter Windhauch bewegte die an den Bäumen hängenden Sommerfäden, ein so leises Lüftchen, daß nich