: Jules Verne
: Die Kinder des Kapitän Grant
: OTB eBook publishing
: 9783987444814
: Classics To Go
: 1
: CHF 1.80
:
: Belletristik
: German
: 209
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
1864: Der schottische Lord Edward Glenarvan findet auf der Jungfernfahrt seiner Dampfjacht Duncan im Magen eines erlegten Hammerhaies eine Flaschenpost. Sie birgt drei gleiche Schriften, je eine auf Deutsch, Englisch und Französisch. Aus der Kombination dieser teilweise vom Salzwasser zerfressenen Mitteilungen ergibt sich, dass der verschollen geglaubte Kapitän Grant mit zwei Matrosen einen Schiffbruch am 7. Juni 1862 überlebt hat. Nur die geografische Breite, 37° 11? südlich, ist lesbar, nicht aber die Länge. Aus den Wortfetzen ?gonie? und ?indi? schließt man, Grant sei möglicherweise von Indianern in Patagonien verschleppt worden. Glenarvan beschließt, seinen schottischen Landsmann Grant zu retten.

Zweites Capitel.
Die drei Documente.


An den vom Meerwasser halb zerstörten Stückchen Papier konnte man nur einige Worte gewahren, unentzifferbare Reste fast völlig verwischter Zeilen.

Lord Glenarvan untersuchte sie einige Minuten lang achtsam, kehrte sie um und herum, hielt sie gegen das Licht; betrachtete die geringsten Schriftspuren, welche vom Meere verschont waren, dann richtete er den Blick auf seine Freunde, die ihn mit gespannten Augen ansahen.

»Es sind hier, sagte er, drei verschiedene Documente, vermuthlich drei Copien desselben Stückes in dreifacher Uebersetzung, englisch, französisch und deutsch. Die wenigen Worte, welche noch verhanden sind, lassen mir darüber keinen Zweifel.

– Aber diese Worte enthalten doch wohl einen Sinn? fragte Lady Glenarvan.

– Es läßt sich nichts Bestimmtes darüber sagen, liebe Helena; die auf den Documenten stehenden Worte sind sehr verstümmelt.

– Vielleicht ergänzen sie sich gegenseitig? sagte der Major.

– So muß es wohl sein, erwiderte John Mangles; unmöglich hat das Seewasser diese Zeilen gerade an denselben Stellen angefressen, und wenn man die Reste der Worte neben einander hält, wird man am Ende einen verständlichen Sinn herausbekommen.

– Das wollen wir gleich thun, sagte Lord Glenarvan, aber gehen wir mit Methode zu Werke. Hier zuerst das englische Exemplar.«

Auf diesem Stück sah man die Worte folgendermaßen auf den Zeilen vertheilt:

»Das will nicht viel bedeuten, sagte der Major mit verdrießlicher Miene.

– Mag sein, erwiderte der Kapitän, aber 's ist gut englisch.

– Kein Zweifel daran, sagte Lord Glenarvan, die Wörter sink, aland, that, and, lost, sind vollständigF1; skipp weist offenbar auf skipper, und es ist die Rede von einem Herrn Gr..., welcher wahrscheinlich der Kapitän eines gestrandeten Schiffes war.

– Fügen wir noch bei, sagte John Mangles, daß die Wörterreste monit und ssistance sich leicht ergänzen lassen.

– Ja wohl! Das ist schon etwas, erwiderte Lady Helena.

– Leider, versetzte der Major, fehlen uns vollständige Zeilen. Wie läßt sich der Name des verlorenen Schiffes, die Stelle des