KINDHEIT
„Herr Doktor, bitte können Sie mir das Kind wegmachen?“
Im Juni 1926 suchte die Mutter den Gemeindearzt auf. Er gab ihr eine Ohrfeige und sagte, sie solle sich nicht versündigen, der Zorn Gottes würde sie treffen. Enttäuscht machte sie sich auf den Heimweg. Sechs Monate später, im Dezember 1926, kam Othmar Berger als letztes von fünf Kindern zur Welt. Der Vater hatte anfangs keine Freude mit ihm; die Sorge um die Zukunft war seine stete Begleiterin, doch mit der Zeit gewöhnte er sich daran, dass ein Kind mehr im Haus war. Vielleicht würde es bald bei der Arbeit mithelfen können.
Othmar wuchs in der Landschaft der von Wäldern und Bergen geprägten Obersteiermark auf.
Die Familie lebte in einem Holzhaus am Waldrand, im Erdgeschoß befanden sich die Wohnstube, die Küche und eine Kammer. Der m