Auch empfinde ich die Menschen dort als weniger gehemmt und angespannt als auf Honshu, sie sind oft – trotz möglicher Sprachbarrieren – sehr geradeheraus und man fühlt sich als Ausländer eigentlich immer willkommen. Durch die Landflucht in die großen Städte ist die Insel in den letzten Jahren immer mehr entvölkert worden, und im Landesinneren gibt es verlassene Dörfer und stillgelegte Straßen die nicht mehr gewartet werden. In den letzten Jahren hat der Pilgerweg jedoch an Beliebtheit gewonnen und ist dadurch zu einem wichtigen Faktor für die Belebung der Insel geworden, die aber auch sonst landschaftlich und kulturell viel zu bieten hat. Shikoku ist mit seinem ganz eigenen Charme ein idealer Ort zur Entschleunigung.
Der Pilgerweg
Ob der Weg vor etwa 1200 Jahren von einem Mönch namensKukai (auch Kobo Daishi genannt) begründet wurde ist nicht ganz klar, zumal es nur drei Tempel gibt, für die seine Anwesenheit dokumentiert ist und die ältesten Zeugnisse einer Pilgerrunde erst aus dem 17. Jahrhundert stammen, von einem Mönch namensShinnen, der eine Wanderung zu 88 Tempeln in Shikoku beschrieb. Kukai ist ohne Zweifel der prominenteste Heilige, der uns auf der Runde begegnet, jedoch gab es schon vor ihm Mönche, Wanderprediger und Tempelgründer die Grundsteine legten für die Heiligtümer die auf Shikoku besuchen wollen: Obwohl es verboten war, außerhalb der Tempel