Vorwort
Es ist seltsam, aber seit einiger Zeit versucht mich die Erinnerung und die Vergangenheit einzuholen. Meine Blicke und Gedanken gehen oft zurück und nicht mehr ganz so weit nach vorne, weil die Straße meines Lebens hinter mir mittlerweile viel länger ist als das Stück, das ich noch vor mir habe.
Ich weiß nicht, wo diese sentimentalen Anflüge herrühren, und ich zermartere mir den Kopf, wieso das jetzt auf einmal der Fall ist und warum diese emotionalen Gedanken plötzlich so stark sind, warum sie mich derart beherrschen und mich nicht mehr loslassen. Das Leben hat noch so viel zu bieten, da lohnt sich doch der ausschließliche Blick zurück noch nicht, zumal ich bisher ein Leben hatte wie viele andere Menschen auch. Nichts Besonderes meine ich, nichts Auffälliges, nichts, das auf irgendeine Art und Weise interessant sein könnte. Trotzdem bewege ich mich vermehrt in meiner Kindheit und stelle mir immer wieder die Frage, wer ich eigentlich bin und wo ich herkomme. Wie war meine Kindheit, was haben sie mir mitgegeben, meine Großmütter, meine Mutter, mein Vater und alle, die mich in meinem Leben begleitet haben? Wie haben sie ihr Leben gelebt? Warum haben sie so gelebt, wie sie es getan haben? Wie war die Zeit, in der sie gelebt haben? Ist mein Leben in diesen, meinen Bahnen verlaufen, weil meine Vorfahren mir gewisse Grundlagen mitgegeben haben, oder habe ich mich sehr viel später selbst in meinem Ich bestimmt? Kann ich als Mensch überhaupt alles selbst bestimmen, und spielen meine Herkunft, das Vorleben von Werten, die Liebe im Elternhaus und die Kindheit nur eine kleine Rolle? Oder ist der Einfluss größer, als ich e