Die Klausur
Als der Wecker läutete, wusste sie zuerst nicht, wo sie sich befand. Es war ihr schon öfter passiert, dass sie in Zeiten, wo sie ständig in unterschiedlichen Hotels nächtigte, da sie von einem Kunden zum nächsten weiterfuhr, die Orientierung verlor, wenn sie plötzlich aufwachte. Einmal musste sie in der Nacht aufs WC und fand im Dunklen den Weg nicht. Sie war nicht mehr in der Lage, sich an die Anordnung des Zimmers zu erinnern und tapste unbeholfen durch den Raum. Beinahe hätte sie dadurch den Kasten mit dem WC verwechselt.
Doch dann fiel ihr ihr aktueller Auftrag ein, und sofort stellte sich wieder dieses unbehagliche Gefühl ein, das sie schon am Abend belastet hatte. Zwar hatte Manuel Wittsohn, der Personalchef, sie telefonisch gebrieft, aber das war eben eher Anlass zur Sorge als Hilfe gewesen. „Liebe Frau Heidrich, ich bin ja so froh, dass sie als Vollprofi uns bei der Klausur unterstützen können. Ich muss nämlich ehrlich gestehen, dass ich nicht genau weiß, was auf uns zukommt. Herr Turan hat mich beauftragt, das ganze Managementteam zu einer Strategieklausur einzuladen. Allerdings hat er mir trotz eingehender Rückfragen keine Andeutungen gemacht, was der Anlass oder das Ziel der Klausur ist. Wir starten daher im Blindflug und müssen dann je nach Entwicklung der Dinge darauf reagieren. Da ist es natürlich super,