Aussterben ist die Regel. Überleben ist die Ausnahme.
Carl Sagan
Lassen Sie uns ein Gedankenexperiment machen, für das wir um 250 000 Jahre in der Zeit zurück und nach Ostafrika springen. Dort treffen wir auf eine Frau – nennen wir sie Eva. Sie sieht im Großen und Ganzen aus wie wir, lebt mit ein paar Hundert weiteren Menschen zusammen und verbringt den lieben langen Tag damit, Nahrung in Gestalt von essbaren Pflanzen zu sammeln und Wildtiere zu jagen. Eva bringt sieben Kinder zur Welt. Vier davon sterben, ein Sohn bereits bei der Geburt. Eine Tochter stirbt an einer schweren Infektion, eine weitere stürzt zu Tode, ein pubertierender Sohn gerät in eine Auseinandersetzung und wird erschlagen. Drei von Evas Kindern erreichen das Erwachsenenalter und bekommen ihrerseits insgesamt acht Kinder. Eva hat somit acht Enkel, von denen vier das Erwachsenenalter erreichen und wiederum eigene Kinder bekommen.
Wenn wir dies über 10 000 Generationen wiederholen und uns die Urenkel der Urenkel der Urenkel von Evas Enkeln anschauen – wen sehen wir da? Richtig: Sie und mich. Wir sind die Nachfahren der wenigen, die nicht im Kindbett gestorben sind, die das Glück hatten, Infektionen auszukurieren und tödlichen Verletzungen zu entgehen, die nicht verhungert sind, ermordet oder von Raubtieren gerissen wurden. Sie und ich sind die letzte Verbindung in direkter Linie zu jenen Menschen, die übrig blieben, nachdem sich der Rauch über den Schlachtfeldern verzogen hatte und Infektionswellen und Hungersnöte verebbt waren.
Wenn man nur kurz darüber nachdenkt, dann liegt es auf der Hand, dass keiner Ihrer Vorfahren starb, ehe er es schaffte, Kinder in die Welt zu setz