: Anders Hansen
: Brain Blues Warum unser Kopf uns mit Ängsten und Depressionen schützen will - und wie es gelingt, sie zu überwinden
: Goldmann Verlag
: 9783641304263
: 1
: CHF 11.70
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: Angewandte Psychologie
: German
: 288
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Wer psychische Probleme hat, meint häufig, mit seinem Gehirn sei etwas nicht in Ordnung. Doch Ängste und depressive Gefühle sind biologisch natürliche Reaktionen – Überreste aus der längst vergangenen Zeit, als Hunger und Infektionen allgegenwärtige tödliche Bedrohungen waren. Wir sind nicht dafür gemacht, dauernd glücklich zu sein, denn sonst hätten unsere Vorfahren nicht lange überlebt.

Der Psychologe und schwedische Bestsellerautor Anders Hansen zeigt, wie menschliches Wohlbefinden funktioniert und weckt gleichzeitig Hoffnung, dass wir uns in der heutigen komplexen und vernetzten Gesellschaft durchaus wohlfühlen können. Damit das gelingt, müssen wir uns besser um unser Gehirn – und unseren Körper – kümmern und vielleicht auch aufhören, ständig dem Glück nachzujagen.

BRAIN BLUES enträtselt die allgegenwärtige Besorgnis in Bezug auf Angst und Depression in unserer modernen Gesellschaft und verbindet neurowissenschaftliche Forschung und empirische Erfahrungen mit individuellen Anekdoten.

Dr. med. Anders Hansenwar Oberarzt am schwedischen Karolinska Institutet, einer der renommiertesten Forschungskliniken der Welt. In Schweden ist der Bestsellerautor aus dem Fernsehen bekannt, u.a. mit seiner populärwissenschaftlichen Sendung"Dein Gehirn". Neben seiner erfolgreichen Autorentätigkleit arbeitet er als Psychologe in einer Privatklinik in Stockholm.

Aussterben ist die Regel. Überleben ist die Ausnahme.

Carl Sagan

Lassen Sie uns ein Gedankenexperiment machen, für das wir um 250 000 Jahre in der Zeit zurück und nach Ostafrika springen. Dort treffen wir auf eine Frau – nennen wir sie Eva. Sie sieht im Großen und Ganzen aus wie wir, lebt mit ein paar Hundert weiteren Menschen zusammen und verbringt den lieben langen Tag damit, Nahrung in Gestalt von essbaren Pflanzen zu sammeln und Wildtiere zu jagen. Eva bringt sieben Kinder zur Welt. Vier davon sterben, ein Sohn bereits bei der Geburt. Eine Tochter stirbt an einer schweren Infektion, eine weitere stürzt zu Tode, ein pubertierender Sohn gerät in eine Auseinandersetzung und wird erschlagen. Drei von Evas Kindern erreichen das Erwachsenenalter und bekommen ihrerseits insgesamt acht Kinder. Eva hat somit acht Enkel, von denen vier das Erwachsenenalter erreichen und wiederum eigene Kinder bekommen.

Wenn wir dies über 10 000 Generationen wiederholen und uns die Urenkel der Urenkel der Urenkel von Evas Enkeln anschauen – wen sehen wir da? Richtig: Sie und mich. Wir sind die Nachfahren der wenigen, die nicht im Kindbett gestorben sind, die das Glück hatten, Infektionen auszukurieren und tödlichen Verletzungen zu entgehen, die nicht verhungert sind, ermordet oder von Raubtieren gerissen wurden. Sie und ich sind die letzte Verbindung in direkter Linie zu jenen Menschen, die übrig blieben, nachdem sich der Rauch über den Schlachtfeldern verzogen hatte und Infektionswellen und Hungersnöte verebbt waren.

Wenn man nur kurz darüber nachdenkt, dann liegt es auf der Hand, dass keiner Ihrer Vorfahren starb, ehe er es schaffte, Kinder in die Welt zu setz