: Mimi Steinfeld
: Mein unfassbar kompliziertes Leben (Männer nicht mitgezählt) Roman
: Goldmann Verlag
: 9783641302177
: 1
: CHF 2.70
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 256
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Eine herrliche Komödie für alle Leserinnen von Sophie Kinsella!

Cressi Catterberg ist frisch verliebt in den hinreißenden Mika, und eigentlich sieht alles nach dem großen Glück aus. Wäre da nicht Cressis Bindungsangst. Und wäre sie nicht insgeheim überzeugt, ihre wahre Liebe sei Herr Lindholm, ihr Therapeut. Dieses Gefühlschaos ist nur ein Teil ihrer Probleme, schließlich hat Cressi noch eine Familie. Genauer gesagt zwei Schwestern und drei Tanten, die sich ständig in Cressis Angelegenheiten einmischen. Vor allem aber hat Cressi ein Café, das sie von ihrer Mutter geerbt hat und das ihrem Leben eine Richtung geben soll. Nicht nur Herr Lindholm und die Tanten wissen: Cressi müsste endlich an sich selbst glauben – und an Mika ...

Mimi Steinfeld ist das Pseudonym für Beate Teresa Hanika, geboren 1976 in Regensburg. Rund um Cressi Catterberg und deren turbulentes Liebes- und Familienleben hat sie zwei bezaubernde Komödien geschaffen. Zuvor hatte sie sich bereits einen Namen als Autorin erfolgreicher Jugendbücher und literarischer Romane gemacht. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Regensburg.

#nightmares
#relationship


»Ich hatte heute einen schrecklichen Albtraum!«

Zugegeben, diesen Satz hatte Samuel Lindholm, mein Therapeut, schon öfter gehört. Mit diesem Satz konnte ich Lindholm schon immer sehr glücklich machen. An Albträumen hatte Lindholm seine helle Freude. Je grässlicher und detailreicher, desto besser. Was ich daraus gelernt habe, ist: Ob ich ihm von einem düsteren, maroden Haus, Zombies oder apokalyptischen Zuständen erzähle – jede einzelne Komponente war immer ich selbst. Seit Lindholm meine Träume deutete, erzählten mir andere Leute sehr ungern ihre eigenen, weil sie meine niederschmetternde Diagnose fürchteten.

Lindholm sah mich aufmerksam an. Er trug wieder eine seiner Weiß-Weiß-Kombinationen, die ich so an ihm liebte, und die Sonne, die hinter ihm durch die riesigen Fenster seiner Schwabinger Praxis schien, setzte ihm einen Heiligenschein auf. Schröder, mein alter irischer Setter, lag vor mir auf dem Fußboden und schnarchte.

»Tatsächlich«, sagte er und kritzelte etwas auf das Blatt Papier, das er auf einer Lederunterlage auf seinen Knien balancierte. Ich wunderte mich immer, wie er, ohne den Augenkontakt abzubrechen, zusammenhängende Dinge auf dieses Blatt schreiben konnte. Vielleicht konnte er es auch nicht und arbeitete in Wahrheit heimlich seine Einkaufsliste fürs Wochenende aus. Das traute selbst ich mir blind zu.

»Der Traum handelte von mir.«

Überraschung!

»Tatsächlich!« In seiner Stimme schwang ernsthaftes Entzücken.

»Ich war in einer Beziehung.«

Mein Smartphone vibrierte in meiner Hosentasche, und ich zog es heraus. Unhöflich hin oder her. Ich hatte seit Neuestem jede Menge krasses Zeug an der Backe. Zum Beispiel meinen rumänischen Handwerker, der kein Wort von dem verstand, was ich ihm sagte, und der irgendwelche Dinge im Evvie’s reparierte, von denen vorher nie die Rede gewesen war. Nicht dass Missverständnisse aufkommen. Sergiu war wirklich ein herzensguter Mann, nur mit dem Hang zu ausschweifenden Feiern und spontanen Änderungen der Auftragslage. Jedenfalls musste ich ständig erreichbar sein, damit ich aufziehende Katastrophen, was das Evvie’s betraf, im Keim ersticken konnte.

Ich sah auf dem Display, dass es meine Schwester Anna war, und drückte den Anruf entschlossen weg.

»Catterberg, SieSIND in einer Beziehung«, sagte Lindholm etwas kraftlos, schaffte es aber trotzdem, dieses »sind« so zu betonen, dass es in meinen Ohren zu klingeln begann.

Das Smartphone begann sofort wieder zu vibrieren.

Ich hob zwei Finger, um Lindholm anzudeuten, dass er mir zwei Minuten geben sollte.

»Anna, ich bin mitten in einer Therapiesitzung!«, zischte ich ins Telefon.

Lindholm kritzelte wieder etwas auf das Blatt und strich es dann durch. Was kein gutes Zeichen war.

»Mein