: w. s. gruenbarth
: wolfs- und vogelfrei Selbstfindung 99 Teil II
: Buchschmiede von Dataform Media GmbH
: 9783991395911
: 1
: CHF 5.20
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: Erzählende Literatur
: German
Im Roman wird die auf dramatische und tragische Weise aus ihrer Bahn geworfenen jungen Frau, die einen Kampf gegen Windmühlen angenommen hat, des vielfachen Mordes bezichtigt und weltweit zur Fahndung freigegeben. Getrieben von der gesamten Meute, der gesamten Menschheit, tauscht sie ihre Identität und sucht Zuflucht an einem vorerst sicher erscheinenden Ort. Selbst ihr einziger Verbündeter, Freund und Geliebter bleibt lange Zeit verschollen und unerreichbar für sie. Sie verliert ihr Ziel, die allumfassende große Wahrheit zu offenbaren, nie aus den Augen, doch rückt das Leben selbst jenes in den Schatten. Erneut werden den Leserinnen und Lesern das egoistische Menschsein und die immerwährenden Möglichkeiten der künftigen Gegenwart aufgezeigt. Ein zufriedenes, erfüllendes, harmonisches Leben im gesamtheitlichen Miteinander erscheint möglich, doch zeichnet sich in der Geschichte wieder manische Dekadenz von Minderheiten ab. Die neue Weltordnung rückt in weite Ferne, ist noch nicht einmal mehr Thema, doch scheint letztlich einzige Lösung für diese Menschheit zu sein.

Ward 1968 in Salzburg geboren und wuchs neben vier Geschwister auf dem elterlichen Bauernhof auf. Nach Abschluss einer höheren Schule folgten berufliche Jahre im Ausland, bis das Lebensglück zur Heimkehr bewog. Hierdurch ward dem Streben kein Ende gesetzt, es strebt sich nur eben anders, mit einer Familie. Mag auch auf Grund dessen keine Blender und Verschwender, deren Anzahl immer weiter im Steigen begriffen ist und letztlich mitunter zum Schreiben animierten.

02 Erwachen

Es ist immer noch finster, doch höre ich Stimmen, wie bei einem Dolby-Surround-System, aus jeder Richtung, jedoch nur jede einzelne für sich in Mono, um mich herum. Eine tiefe, energische Männerstimme stellt meinen Zustand als möglicherweise irreparabel dar, während eine ebenso tiefe die nationale Sicherheit ins Spiel bringt. Zwei weitere Stimmen beratschlagen frustriert und leise, wer denn diesmal Dienst im Zimmer und vor dem Zimmer, mit zumindest Aussicht auf das weibliche Personal, innehaben wird. Fürsorglich einwirkend und doch gepresst bittet eine Frauenstimme um Ruhe, offensichtlich scheint die wechselnde Frequenz der piepsenden Töne in diesem Raum mein Erwachen anzukündigen und ich fühle mich ertappt, für alle erkennbar, diesen Gesprächen gelauscht zu haben. Das merkt in Wirklichkeit jedoch keiner, als ich meine Augen aufschlage und ich schemenhaft die der Stimmen zugehörigen Personen in diesem Krankenzimmer wahrnehme, ohne zu wissen, wie ich hierhergekommen bin, was ich hier soll und wie mir geschehen ist. Schon fängt der mir in meiner eingeschränkten Betrachtung verschwommen in einem Mr.-Smith-Anzug erscheinende Superagent, unter Einspruch des in Weiß gekleideten Mannes, an, Fragen zu stellen. Diese höre ich zwar, aber bevor ich sie verstehe, entgleite ich einfach und unhöflich dem Gespräch, schlafe, ohne zu erwidern, wieder ein. Mein zweites Erwachen erfolgt ruhig und gemächlich. Direkt in meiner Blickrichtung unterhält sich ein in Polizeiuniform