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Sabrina und Daniel hatten sich darauf geeinigt, dass sie den Haushalt übernehmen würde, solange ihr Tätowier-Studio geschlossen war.
Sabrina saugte in der Wohnung Staub. Sie hatten Parkettboden, nur unter den Möbeln lagen Teppiche. Sabrina saugte auch das Parkett, das war ihr lieber als umständlich zu kehren.
Sie sortierte die Wäsche und machte sich mittags ein paar warme Käsebrote im Backofen, dazu einen Salat.
Nachmittags setzte sie sich kurz vor den Fernseher und schaltete durch die Programme. Überall fand sie Reportagen und Nachrichten über die Pandemie. Sie konnte es nicht mehr hören.
Dann dachte sie an die Kiste auf dem Dachboden. Sie nahm den Bodenschlüssel, stieg die zwei Treppen hinauf bis zum Dach und schloss auf. Kalt war es hier, leer und staubig. Es roch nach Waschmittel und Holz.
Sie ging zu ihrem Verschlag und öffnete das Vorhängeschloss. Hinter dem Maschendraht erwartete sie ein Durcheinander. Kartons, alte Koffer, die alte Spüle des Vorgängers, ein Schrank mit schiefer Tür, ein Regal voller Krimskrams, Säcke mit Papiermüll, den sie noch nicht entsorgt hatten.
Zaghaft schaute sie in einen Karton, lüpfte die Säcke beiseite. Dann entdeckte sie die Kiste. Sie zog sie hervor, eine alte Lebkuchendose aus Blech, und machte sie auf.
Da lag das ganze Zeug: Weihnachtsdekoration, Kugeln, Strohsterne, Engel aus Goldpapier, Lichterketten, eine Reihe von Windlicht