: Marie Elisabeth Habicht, Michael E. Habicht
: Marie Elisabeth Habicht
: Hollywoods Ägyptische Träume. Die Bildsprache, Konzepte und Kostüme im ägyptischen Monumentalfilm 1. Auflage
: Books on Demand
: 9783756245895
: 1
: CHF 8.80
:
: Regional- und Ländergeschichte
: German
: 226
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Monumentalfilme prägen unser heutiges Bild von der Antike sehr stark. Schon kurz nach der Entstehung der Filmkunst wurde auch das Alte Ägypten der Gegenstand von Filmwerken. Wie beim Römerfilm wurden die entscheidenden Story-Plots und Motive noch in der Stummfilmzeit entwickelt und haben die nachfolgenden Filmgenerationen wesentlich geprägt. Das Buch untersucht die Bildsprache, die Handlungskonzepte und Kostüme des teuersten Filmgenres. Eine umfangreiche Liste von Filmen wird analysiert und mit heutigen Erkenntnissen zu Kleidern und Schmuck des Alten Ägypten in Beziehung gesetzt. Das E-Buch stellt eine eigenständige Ausgabe dar, welche Anteile des gedruckten Textbandes und auch einige Bilder des Tafelbandes enthält.

Marie Elisabeth Habicht interessiert sich für Psychologie und Kultur. Sie hat beratend und lektorierend in verschiedenen Buchprojekten mitgewirkt. Sie hat unter anderem als Herausgeberin und Autorin publiziert: Hollywoods ägyptische Träume und die elektronische Ausgabe der Fachbuchreihe Unter dem Siegel der Nekropole.

Rekonstruktion der antiken Musik


Filmmusik, auch Score oder Soundtrack bezeichnet, ist speziell zur Untermalung eines Films komponierte Musik. Sie spielt eine entscheidende Rolle bei der Stimmung eines Films und kann die Handlung vorantreiben (Bullerjahn 2001; Stromen 2005). Bereits in der Stummfilmzeit wurde der tonlose Film durch Musik und manchmal mit Geräuschen begleitet. Beide mussten anfangs Live produziert werden. Zudem konnte so das Rattern des Filmprojektors übertönt werden. Da es zunächst noch keine spezielle Filmmusik gab, griff man auf bereits existierende Musik aus Opern und Ähnliches zurück. Dabei spielten sich dann fast Standards ein, wie der Hochzeitsmarsch von Felix Mendelssohn Bartholdy für Hochzeitsszenen. Nur selten wurde die Musik individuell für einen Film geschrieben. Auch das Orchester nahm bald an Größe zu. Anfangs spielte oft nur ein einziger Pianist, dann kamen Kinoorgeln mit zusätzlichen Geräuscheffekten und bereits vor dem ersten Weltkrieg wurden in großen Kinos umfangreiche Orchester eingesetzt. Mit der Einführung des Tonfilms wurde die Musik zusammen mit dem Film vorfabriziert. Den Komponisten von Filmmusik stehen grundsätzlich drei Kompositionstechniken zur Verfügung (Pauli 1993).


DasLeitmotiv, das aus den Opern bekannt ist und besonders von Richard Wagner benutzt wurde. Das Leitmotiv ist sinnvermittelnd und hat die Aufgabe, Personen oder die Handlung musikalisch zu repräsentieren. Das Leitmotiv kann in die Gesamtkomposition eingebaut oder variiert werden.


DasUnderscoring versucht stimmungsvermittelnd die Geschehnisse auf der Leinwand akustisch zu begleiten und die optischen Eindrücke zu verstärken. Einzelne Schnitte des Films werden musikalisch in der Wirkung verdoppelt. Weil diese Schnittverstärkung besonders in Cartoons vorkommt, wird diese Technik auch Mickey-Mousing genannt. Weil sie nur bei Comics gut wirkt, kommt das Underscoring sonst eher selten vor.


DieMood-Technik ist ebenfalls stimmungsvermittelnd und unterlegt den Film mit einer Musik, welche eine bestimmte Stimmung vermittelt. Die gleiche Filmszene mit unterschiedlicher Musik kann beim Publikum ganz verschiedene Erwartungen wecken. Die Musik färbt den Film regelrecht ein. Die Musik kann auch als Kontrapunkt eingesetzt werden und widerspricht dann dem Bildinhalt eklatant. Damit kann ein Verfremdungseffekt erzielt werden.

Je nach Musikstil wird auch eine bestimmte historische Epoche angespielt. Genau hier beginnen die Probleme beim Monumentalfilm, der meistens in einer uns fernen Vergangenheit spielt. Aus der Antike sind uns (fast) keine Musiknoten erhalten: Erste Noten im heutigen Sinn wurden erst im Frühmittelalter ab dem 9. Jahrhundert eingeführt, um Kirchenmusik aufzuschreiben. Zwar hatte es schon in der Antike erste Versuche gegeben, die Noten in Form von Buchstaben für die Tonhöhe und Symbolen für die Tondauer aufzuzeichnen. Diese ganz frühen Notationen sind uns weitgehend verloren, da meist nur Fragmente erhalten sind. Dasselbe gilt für frühe Filmmusik, deren Musiknoten nach Fertigstellung des Films oft weggeworfen wurden und heute mit grossem Aufwand rekonstruiert werden müssen.

Das Seikilos-Epitaph auf einem Grabstein bei Ephesos aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. überliefert uns ausnahmsweise eine Komposition vollständig. Die Stele wird heute im Dänischen Nationalmuseum aufbewahrt. Der erste Bearbeiter verstand aber 1883 gar nicht, dass es sich um Noten handelte und merkte an, dass die kleinen Zeichen über dem Text unverständlich seien. Inzwischen konnte diese antike Melodie mitsamt Text in Griechisch rekonstruiert werden. Die Tonspur ist auf Wikipedia v