: Anne Danck
: Wünsche so schwarz wie Ebenholz
: TWENTYSIX EPIC
: 9783740723255
: 2
: CHF 4.40
:
: Fantasy
: German
: 208
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Sie hatte alles aufgegeben - für nichts. »Ich will Rache«, flüsterte sie. »Rache für all die Frauen, denen er sein Herz verspricht. Und du wirst mir dabei helfen.« Ein ehemaliger Wildhüter wird von Geisterratten verfolgt. Aus dem Keller des blaubärtigen Nachbarn dringen unheilvolle Schreie. Rumpelstilzchen trifft sich zum Kaffeeklatsch. Und Schneewittchen und ihr Prinz benötigen eine Paartherapie. Achtzehn Kurzgeschichten erwecken bekannte und weniger bekannte Märchenfiguren zu neuem Leben. Dabei haben alle, vom traumverlorenen Dornröschen bis hin zum mächtigen Dschinn, eines gemeinsam: ihre geheimen Wünsche. Hinweis: Es werden reale Themen verarbeitet, u.a. Krieg, Geflüchtete, Corona. Inhaltswarnungen siehe Ende des Buches.

Anne Danck, geboren 1991 und aufgewachsen in Berlin, war von jeher von zwei Dingen fasziniert: vom Schreiben und von der Biologie. Letzteres führte sie zum Studium aus Berlin fort und anschließend zurück, um dort als begeisterte Verhaltensbiologin zu promovieren. Das Schreiben wiederum ist die tägliche Therapie, die ihr beim Sortieren der Gedanken hilft. Mit fünfzehn Jahren erhielt sie ihre erste Auszeichnung für eine Kurzgeschichte, es folgten diverse Veröffentlichungen in Anthologien, darunter auch die »Anthologie Noir 1«, die mit dem Deutschen Phantastik Preis 2019 ausgezeichnet wurde. Ein wiederkehrendes Thema in ihren Geschichten sind Märchen, auf den Kopf gestellt und aus anderen Blickwinkeln beleuchtet. Ihr Roman-Debüt »Spielmannsbraut« erschien 2021 im Drachenmond Verlag.

Es hämmerte gegen die Tür. »Aufstehen!« Peter zählte die Sekunden. Fünf waren es, dann erklang das gleiche Pochen, der gleiche Ruf gedämpfter an der nächsten Tür. Wieder fünf Sekunden und noch einmal: »Aufstehen!«

Das Zimmer war so dunkel, dass der Lichtstreifen unter der Tür grell wirkte. Peter streckte sich und gähnte. Leises Rascheln und Stöhnen erfüllte das Zimmer, während sich die anderen drei Kinder aus ihren Betten schälten. Das Holz ächzte, als sich Peter vom Hochbett schwang und nach unten stieg.

»Au, das war mein Arm!«, jaulte Jonah auf.

Hastig trat er zur Seite – und rutschte fast auf Janets Matratze aus. »’Tschuldigung. Tut mir leid. Verzeihung.« Er stolperte zum Tisch und fand endlich die Streichhölzer, um eine Kerze zu entzünden.

»Danke, du Tollpatsch«, meckert