Herbert Eimert starb am 22. Dezember 1972 in Düsseldorf. Er hinterließ ein Testament, das unter anderem verfügte, nach seinem Tode alle biographischen Unterlagen mir zu übergeben. Vom Vorhandensein eines solchen Testaments wußte ich nichts; meine Arbeitssitzungen mit ihm hatten nicht einmal begonnen. Es war Frau Dr. Marion Rothärmel, von der ich nach Eimerts Ableben, am Tag seiner Beerdigung, von einer solchen, auch mich mit betreffenden Nachlaßverfügung erfuhr. Ich maß ihr aber zunächst keine Bedeutung bei. Erst nach dem Tode von Frau Eimert (16. Oktober 1974) wurde das Testament eröffnet (31. Oktober 1974). Kurze Zeit später erhielt ich die amtliche Benachrichtigung.
Der mir übergebene Nachlaß besteht aus 407 zwischen 1944 und 1972 geschriebenen Briefen und Postkarten. Dazu kommen 22 Bilder überwiegend im Presseglanzformat, auf denen eigene Urheberansprüche liegen. Aus diesem Grunde habe ich auf ihre Einarbeitung verzichtet. Darüber hinaus enthält der Nachlaß keine gedruckten Noten oder Notenmanuskripte, keine Skizzen (weder von Kompositionen noch von Aufsätzen), keine wissenschaftlichen Arbeiten, keine unveröffentlichten Arbeiten oder auch nur Ansätze von Vorarbeiten dazu, auch keine Kritiken oder Berichterstattungen von oder über Eimert. Ganz gewiß ist dieser Nachlaß vorgesichtet worden. Daß Eimert, folgte man dem Nachlaßbefund, beispielsweise im Jahr 1958 nur einen einzigen biographisch wichtigen Brief geschrieben und drei erhalten haben soll, ist unglaubwürdig. Selbst wenn man unterstellt, daß Eimert die meisten Briefe nach 1944 (vor diesem Zeitpunkt liegende persönliche Unterlagen sind dem Bombenkrieg zum Opfer gefallen) dienstlich geschrieben und erhalten hat und diese sich nicht mehr in seinem Besitz befanden,