Kapitel 1
Ich wusste nicht wie ich mich zu diesem unsinnigen Ausflug überreden lassen haben können. Es herrschte eine Affenhitze in diesem Sommer und ich war eigentlich nichts anderes gewohnt als das verregnete und angenehm laue Wetter Londons. Temperaturen über 30 Grad hatten die Meteorologen vor gut fünfundsiebzig Jahren das letzte Mal für England verzeichnet, stand zumindest heute auf dem Titelblatt derDaily News.
Gelangweilt warf ich die Zeitung von meinem Handtuch und streckte die Beine aus. Ich hätte besser zu Hause bleiben sollen. Die Klimaanlage aufdrehen, die Tom vor zwei Tagen gekauft hatte und mich gemütlich mit einem Buch aufs Sofa legen. Aber nein, ich habe mich von ihm überreden lassen. Jetzt sitze ich hier und grüble angestrengt darüber nach, ob ich in den blau glänzenden See, der so einladend vor mir lag, springen sollte, um mich abzukühlen oder lieber nicht. Tom war es anscheinend völlig egal, welche Ungeheuer sich in dessen Tiefen herumtrieben. Denn er hatte sich gleich nach unserer Ankunft nach dem höchsten Sprungturm umgesehen.
Ich schob mir die Sonnenbrille ein Stück von der Nase und kniff die Augen zusammen. Ich fragte mich, was das Getümmel da drüben beim Sprungturm zu bedeuten hatte. Ja, ich hatte mich nicht getäuscht: Tom stand ganz oben und rief irgendetwas Unverständliches in meine Richtung. Im nächsten Moment ging er in die Hocke und spr