Reinhardt, Heinrich - 13.04.1865 Preßburg-31.01.1922 Wien
Preßburg heißt heute Bratislava, Hauptstadt der Slowakei.
Heinrich Reinhardt wurde am 13.04.1865 unter dem Nachnamen Stern in Preßburg geboren. Sein Großonkel war der berühmte Violinvirtuose und Komponist Miska Hauser (1822 Preßburg-08.12.1887 Wien/lebte fast stets auf Reisen/schrieb „Wanderbuch eines österreichischen Virtuosen“). Über sein Elternhaus ist soweit nichts bekannt, doch konnte ich den Namen seiner Mutter Regine Stadler, geb. Fischer (1832-24.03.1905), ausfindig machen; auch hatte er einen Bruder Eduard Stern.
Zu:nicht nur seine Mutter verstarb nach langer Krankheit, auch am 22.11.1917 sein Bruder, Herr kaiserlicher Rat Eduard Stern, Vorstand der Wechselstube Alsergrund des Wiener Bankvereins. Er war in der von ihm vor 25 Jahren geschaffenen Bankniederlassung sehr erfolgreich, auch verfügte er über eine selten umfassende und hervorragende künstlerische, musikalische Begabung. Er hinterließ nach kurzer Krankheit seine Frau und vier Kinder.
Heinrich Reinhardt absolvierte das dortige Obergymnasium, studierte gleichzeitig Klavier, Violine und Musiktheorie beim Preßburger Domkapellmeister Karl Mayrberger, Instrumentation bei Viktorin und Kopetzky. Nach Absolvierung der Schule war er von seinen Eltern für den Kaufmannsstand bestimmt worden, doch widmete er sich gegen den Willen seiner Angehörigen bald ganz der Musik. Im Jahre 1881 kam er sechzehnjährig nach Wien, wo er seine Studien bei Anton Bruckner und Mocker fortsetzte. In derWiener Fremdenpresse (06.02.1922) las ich, dass er seine Gymnasialzeit und Hochschulstudien auf der medizinischen Fakultät fortsetzte, und in Wien das Konservatorium besuchte, wo er frühzeitig mit einer Anzahl sehr beachteter Werke in die Öffentlichkeit trat. Nun, die damalige Wirklichkeit sah zunächst weniger rosig aus!
Zunächst arrangierte und orchestrierte er als Gelderwerb eine Unzahl von Amateur-Operetten, und versuchte es zunächst als Komponist auf den verschiedensten Gebieten mit Liedern, Männerchören, Tänzen und Instrumentalstücken. Im Jahre 1884 trat er erstmals als Arrangeur von Ziehrers „Wiener Bürger“ beim Wiener Verlag Lewy in Erscheinung.
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