: Klaus F. Gärditz
: Hoflieferanten Wie sich Politik der Wissenschaft bedient und selbst daran zerbricht.
: S.Hirzel Verlag
: 9783777633251
: 1
: CHF 19.50
:
: Naturwissenschaft
: German
: 234
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF

Politische Entscheidungsverfahren sind heute eng mit Prozessen naturwissenschaftlicher Wissensgenerierung verflochten. Die Naturwissenschaften spielen in der Politik eine zentrale Rolle. Besonders deutlich wurde dies etwa in der Corona-Pandemie und den regelmäßigen Pressekonferenzen von Gesundheitsminister Jens Spahn und Lothar Wieler vom Robert-Koch-Institut, in denen die Politik ihre Weichennstellungen weitestgehend auf naturwissenschaftliche Erkenntnisse verengte. Die Folge dieser Handlungsmaxime: mit der Rationalisierung der Politik geht auch eine Politisierung der Wissenschaft einher. Wissenschaft wird instrumentalisiert und lässt sich bisweilen auch instrumentalisieren. In seiner gleichermaßen brillanten wie scharfen Analyse erläutert Klaus Ferdinand Gärditz die Konsequenzen dieser Entwicklung insbesondere für den demokratischen Prozess.



Klaus Ferdinand Gärditz ist Professor für Öffentliches Recht an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universitä Bonn, Richter am Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen im Nebenamt und stellvertretender Richter am Verfassungsgerichtshof Nordrhein-Westfalen.
Inhalt6
Vorwort8
Einleitung12
Wissenschaften zwischen Geschichtlichkeit und politischem System22
Vormärz: Die Erfindung der Wissenschaftsfreiheit als Grundrecht gegen die Politisierung der Wissenschaft24
Grundgesetz und Parlamentarischer Rat: Wissenschaftsfreiheit für eine politisierte Wissenschaft?28
Wissenschaftsfreiheit wird europäisch: Die Erfolgsgeschichte eines unscheinbaren Grundrechts30
Politisierte Virologie? Corona-Pandemie, politischer Dilettantismus und die Bildungsdefizite des Legitimationssubjekts31
Stolpersteine der Wissenschaftlichkeit: Geschichtspolitik und politisierte Geschichtswissenschaft42
Zwischen Elektronenmikroskop, Fieberzäpfchen und Förderbescheid: Wissenschaft in der technisierten Gesellschaft50
Rollenfunktionen: Von der Wissenschaftlerin über die Expertin zum Funktionär54
Wissenschaft: Rechtlicher Tatbestand und »Wahrheitsspiegel« des Politischen54
Expertise: Handwerkliche Anwendung mit wissenschaftlichen Methoden67
Funktionärsämter: Relaisbürokratie zwischen Wissenschaft und Politik70
Verwaltungswissen: Eigenwissen des Staates als Voraussetzung komplexer Aufgabenerfüllung72
Wissenschaft als politisches Argument74
Die epistemische Matrix des demokratischen Rechtsstaats: Unbequem zwischen den Stühlen von Szientismus und Voluntarismus76
Herausforderungen und Fehlerquellen: Das Mäntelchen des Wissenschaftlichen als politische Camouflage99
Wissenschaft als rechtliches Argument132
Wissenschaftsfreiheit als politisches Grundrecht133
Geschützte Wissenschaft – rechtfertigende Wissenschaft146
In den verwinkelten Korridoren der Macht: Wissenschaftliches Wissen und Gewaltengliederung149
Herausforderungen und Fehlerquellen: Die politische Instrumentalisierung rechtlicher Formen188
Schlussbetrachtung: Wissenschaft zwischen Hoflieferantentum, Stachel im Fleisch der Macht und Zerbrechlichkeit206
Quellen211
Abkürzungen232
Der Autor233