Der Brenner liegt schon eine Weile hinter ihnen, nur das Wummern der Räder auf den Betonplatten der Fahrbahn dringt ins Auto. Im Tal eilt der Adige der Ebene entgegen, während sich am Hang ein Viadukt ans andere reiht. Konzentriert hält Alban Bremmer den großen Wagen in der Spur, doch die vielen Kurven gehen ihm auf die Nerven. Die scharfen Lichtkontraste an den Tunnelausfahrten schmerzen ihn. Hat mich alles früher nie gestört, denkt er.
„Wie weit willst du heute noch kommen?“, fragt Sara, die entspannt die Burgen an den Hängen des Tals betrachtet.
„Bis zum Argentario, Porto Ercole, ein schöner, kleiner Hafen. Ist weit, aber zu schaffen, wenn wir uns ranhalten.“
Für einen Moment fährt er zu nahe auf. Er bremst scharf und sieht aus den Augenwinkeln wie Sara verkrampft. Lächelnd legt er die Hand auf ihr Knie. „Tut mir leid, ich war in Gedanken woanders.“
„Wo denn, mein Lieber?“
„Bei dir, bei uns. Zu viele Gedanken, zu wenig Aufmerksamkeit.“
In dem Moment entlädt sich die Gewitterwolke, die sich seit einiger Zeit über ihnen verdichtet hatte. Regentropfen prallen auf die Windschutzscheibe, gehen über in einen Sturzbach und hü