: Bernd Lübcke
: Wer rastet, der rostet Notizen einer Odyssee ohne Rückfahrkarte
: Frieling-Verlag Berlin
: 9783828037267
: 1
: CHF 10.60
:
: Biographien, Autobiographien
: German
: 164
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein Leben, das so viele Lebensstationen umfasst wie das Leben von Bernd Lübcke, kann keine Langeweile aufkommen lassen. Die Liebe zur Bewegung in freier Natur, zur Erkundung anderer Länder und Kulturen sowie zu flotten Motorrädern bleibt für den 1961 am Bodensee Geborenen eine unbändige Triebkraft. Schon seit der Lehre zum Industriekaufmann bei Siemens in Stuttgart wird Europa nebst der Türkei erkundet, doch beruflich startet er bald durch in die ach so unüberhörbar rufende Welt, angefangen mit Kuwait und Saudi-Arabien. Die durch den ersten Golfkrieg erzwungene Rückkehr nach Deutschland währt nur kurz. Inzwischen Vater, zieht der Rastlose mit der kleinen Familie weiter nach Indonesien, aber die Ehe hält den kulturellen Herausforderungen nicht stand. Freundschaftlich getrennt und mit stetigem Kontakt zum Sohnemann findet er eine neue Liebe und zieht reichlich unkonventionell mit dieser, garniert mit vielen Motorrad- und sonstigen Reisen durch sich steigernde Verantwortungen und mehrere Revolutionen nach Vietnam, Thailand, Malaysia, Dubai, Libyen, Ägypten ...

Sturm-und-Drang-Zeit


Mit siebzehn fange ich an, nicht nur gesteigerten Wert auf das andere Geschlecht zu legen, sondern mir auch Gedanken über meine Zukunft zu machen, was in eine Lehrstelle als Industriekaufmann bei der Siemens AG in Stuttgart mündet. Nicht weil ich weiß, was das ist, sondern eher weil mir einerseits kein besserer Job einfällt und mir andererseits da schon klar ist, dass ich definitiv die Welt sehen will und diese Kombination ein möglicher Weg dazu ist.

Warum man ausgerechnet mich von 240 Bewerbern auf eine von zwölf Stellen erwählt, gehört wohl eher ins Land der Mythen. Wie auch immer, ab dem 1.9.79 müssen die mich aushalten.

Lehrjahre sind keine Herrenjahre, stimmt! Doch nichts hindert einen daran, sie sich angenehm zu gestalten, oder? Nicht zwingend geplant, doch perfekt getimt kommt Claudia, die hübsche, feurige, zierliche Sizilianerin, in Gestalt meiner ersten (fünf Jahre älteren) Ausbilderin in Reichweite. Hals über Kopf verknallt ziehe ich alsbald bei ihr ein, was neben drastischer Reduzierung meines täglichen Weges zur Arbeit vor allem in teils äußerst turbulenten emotionalen Berg-und-Tal-Fahrten mündet. Na ja, es hält bis fast ans Ende der Lehre und ist definitiv nie langweilig!

Und dann sind da am Ende noch die sechs Wochen Werksausbildung in Berlin. Vom Schlafplatz im Kneipengarten bis zum Hippiegirl im dritten Hinterhof mit Zwischenstockklo wird alles ausprobiert, was nicht schnell genug flüchtet.

Kaum achtzehn, kommt dann