Krieg, Frieden, Kunst: Geschichte erkennen Marxistische Blätter 5_2022
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Lothar Geisler
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Krieg, Frieden, Kunst: Geschichte erkennen Marxistische Blätter 5_2022
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Neue Impulse Verlag
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9783961706556
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1
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CHF 6.10
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Politik
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German
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136
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kein Kopierschutz
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PC/MAC/eReader/Tablet
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PDF
Mit Beiträgen von:
Ernst Engelberg, Raimund Ernst, Domenico Losurdo, Ulrich Schneider, Hans-Peter Brenner, Werner Ruf, Florian Grams
Weitere Themen:
Aufklärung statt Propaganda, Bernhard Trautvetter; Die Linksfraktion, der Frieden und die Kommunalpolitik, Artur Pech; BlackRock's Aktienrente, Werner Rügemer; China, die Systemfrage und die Linke in der politischen Falle, Beat Schneider; Marxistisches Menschenbild, Wolfgang Trunk; Lob des Realismus - Über Strugalla, Peter Michel; Rezensionen
<strong>Thema: Geschichte erkennen</strong><em>Editorial</em><p>Diese Ausgabe widmen wir zwei großen (Geschichts-)Lehrern der kommunistischen Bewegung: Jupp Schleifstein und Eric Hobsbawm. Der eine ist im Juli vor 30 Jahren gestorben, der andere im Oktober 2012. Für beide gilt: Ihr Lebenswerk lebt weiter, hilft uns Vergangenes besser zu verstehen, um die Kämpfe für eine bessere Zukunft besser zu meistern. Auch in unübersichtlichen, hochdynamischen »Zeitenwenden«.</p><p>Inhaltlich steht im Zentrum dieser Ausgabe dabei weniger die Geschichte, sondern unser marxistisches Grundverständnis von ihr sowie der funktionalisierte Umgang mit ihr in Wissenschaft und Politik. Schon in der Beilage der letzten Ausgabe war Joachim Hösler am Beispiel Russlands der konkreten Frage nachgegangen, wie das Verbot der zivilgesellschaftlichen Organisation »Memorial« mit dem Kriegseinsatz der Russländischen Föderation in der Ukraine zusammenhängt.</p><p>Als Einstieg in den Schwerpunkt erinnern wir an einen Beitrag des bekannten DDR-Historikers und Schleifstein-Freundes Ernst Engelberg zur Frage »Was ist historisches Erkennen?« Darin behandelt er - auch für Laien verständlich - Grundfragen marxistischer Geschichtswissenschaft an lebensnahen Beispielen. Raimund Ernst schreibt über »Geschichtsschreibung als Fortsetzung der Klassenkämpfe mit anderen Mitteln«. Domenico Losurdo geht in seinem posthum veröffentlichten neuen PapyRossa-Buch der »Idee einer Welt ohne Krieg an fünf Wendepunkten der zeitgenössischen Geschichte« auf den Grund. Wir bringen eine Leseprobe mit freundlicher Genehmigung des Verlages. Ulrich Schneider belegt in seinem Beitrag über Geschichtspolitik in der »Zeitenwende« an aktuellen Beispielen, wie reale Geschichte heute in Wissenschaft und Publizistik uminterpretiert wird und zur Legitimations»wissenschaft« verkommt. Hans-Peter Brenner steuert mit »Umstrittene Normative in der Geschichtsschreibung« einen Text bei, der wegen einiger zentraler Thesen - insbesondere der Wertung des russischen Kriegseinsatzes in der Ukraine - schon im Vorfeld rege Diskussionen im Kreis der Herausgeber:innen ausgelöst hat. Er ist damit als persönlicher Diskussionsbeitrag im eigentlichen Sinne des Wortes zu verstehen. Werner Ruf argumentiert in seinem Beitrag über die diesjährige Documenta in Kassel, warum hinter der Skandalisierung eines »antisemitischen« Wimmelbildes aus Indonesien mehr steckt als kritische Kunst-Betrachtung. Den Abschluss des Schwerpunktes macht Florian Grams mit seinem Beitrag zum 10. Todestag von Eric Hobsbawm, der - wie Jupp Schleifstein - die »Reale Geschichte als Lehrmeister« sah und der - wie wenige andere marxistische Historiker - in seinen Werken auch an einer Sprache arbeitete, »die Begrifflichkeit und Anschaulichkeit, Wissenschaftlichkeit und Wirksamkeit miteinander verbindet«, ganz so wie Ernst Engelberg in seinem Eingangsbeitrag fordert.</p><p>Auch diesmal veröffentlichen wir wieder Rezensionen, die mit dem Schwerpunkt korrespondieren und in der Rubrik »Dokumentation« eine auch dazu gehörende Erklärung der internationalen Föderation der Widerstandskämpfer F.I.R. gegen jüngste Angriffe in verschiedenen europäischen Ländern auf Denkmäler der sowjetischen Befreier von Krieg und Faschismus./LoG.</p>