WEIHNACHITEN IN ERDÉLY
Kalter Wind blies Catrinel entgegen, als sie auf einer Anhöhe stand und sich die weiten Wälder der Karpaten vor ihr erstreckten. Egal, wohin sie blickte, sah sie den Schnee, der die riesigen Baumwipfel wie Zuckerguss überzog und alles friedlich erscheinen ließ. Eine weiße Welt, die bis zum Horizont reichte und sich dort mit dem Grau des Himmels vermischte.
Kurz verlor sie sich in dem Anblick, der sich ihr bot.
Die klirrende Kälte hatte sich längst durch Nels Winterkleidung gefressen. Ihre Finger waren klamm und fühlten sich steif an, dennoch stahl sich ein Lächeln auf ihre Lippen. Sie liebte ihre neue Heimat – so wild, friedlich, naturbelassen. Einer der wenigen Orte, der noch unberührt war, voller Geheimnisse und fern des technischen Fortschrittes. Zudem kursierten Gerüchte unter den Einheimischen von leuchtenden Feenwesen und Tieren, die sich verwandeln konnten. Genau aus diesen Gründen hatte Catrinel hier leben wollen. Als Gheorghe den Job des Wildhüters bekommen hatte, war es ihr wie ein Lottogewinn vorgekommen. Besonders da Weihnachten vor der Tür stand.
Es war ihr erstes Fest ohne ihre Familie, ohne ihre lärmenden Geschwister, ohne die beengte Wohnung, die sie sich zu zehnt geteilt hatten.Dieses Jahr gibt es keinen Stress, nur Gheorghe und mich.
Wenn Nel sich anstrengte, konnte sie von der Anhöhe aus am linken Rand des Waldes die gut ausgestattete Blockhütte, in der sie mit ihrem Mann le