Mittlerweile hat die Spaßorientierung in der Gesellschaft merklich nachgelassen; die Menschen müssen seit einigen Jahren im Zuge des Wandels von der Industrie- zu einer Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft umfangreiche Einschnitte und Veränderungen hinnehmen. Die Maschinen nehmen ihnen zusehends die Arbeit ab, und sie verlieren ihre Arbeitsplätze, die sie über Jahrzehnte innehatten. Sie müssen sich ein völlig anderes und rundweg neues Wissen aneignen, müssen sich total umstellen und in ihrem Arbeitsleben oft auch neue Wege gehen.
Spontan fällt mir dabei ein Mann ein, der viele Jahre an einer Stanzmaschine gearbeitet hat. In den neunziger Jahren, wenige Jahre vor seiner Rente, kaufte sein Arbeitgeber neue computergesteuerte Maschinen. Eine Katastrophe für ihn, denn er sollte, ja, er musste nun die Bedienung eines Computers lernen – ein ehemaliger Bauer, der in die Fabrik ging, um seine Familie ernähren zu können. Ein Mann, der in seinem ganzen Leben nichts mit dieser Art von Technik zu tun hatte, stand vor einer Aufgabe, die ihm als unlösbar erschien. Er sagte sich immer wieder: Ich kann das nicht, ich schaffe das nicht. Wie soll ich die paar Jahre noch meine Arbeit behalten? Seine Frau erzählte mir, dass er aus Angst vor dem Arbeitstag und dem Versagen jeden Morgen mit Bauchschmerzen und Schweißausbrüchen aus dem Haus ging – eine ungeheure Belastung nicht nur für den Mann, sondern auch für sein Umfeld, das sich Sorgen um ihn machte. Ich kann Ihnen nicht erzählen, was damals aus ihm geworden ist und wie er sein Arbeitsleben beendet hat. Man kann nur erahnen, was solche Veränderungen mit den Menschen machen, unter