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Er schaute abermals auf seine Armbanduhr. Es war kurz nach halb sieben, sie müsste jeden Augenblick herauskommen. Verstohlen schaute er sich um, ob ihn auch keiner bemerkte, doch die Leute nahmen ihn nicht wahr. Sie waren damit beschäftigt, pünktlich zur Arbeit zu kommen.
Plötzlich kam sie mit ihrem kleinen Hund aus dem Hinterhof. Ihm wurde ganz warm ums Herz, es gab keinen Zweifel, sie war für ihn bestimmt. Wie anmutig sie sich bewegte, eine lose Haarsträhne mit der Hand wieder zurückstrich, ihre Stimme. Da konnte sie noch so oft eine gerichtliche Verfügung erwirken, dass er sich ihr nicht nähern, sie nicht anrufen durfte.
Er konnte einfach nicht von ihr lassen, wollte er auch nicht, sie würde es irgendwann einsehen müssen, dass sie ihn auch liebte.
Langsam löste er sich aus dem Schatten des Hauses auf der gegenüberliegenden Seite und folgte ihr. Er hatte eine Jacke mit Kapuze an und diese über den Kopf gezogen. So fiel es kaum auf, dass er sie beobachtete.
Sie lief heute mit ihrer Fibi, wie der kleine Hund hieß, in Richtung Innenstadt.
Ja, natürlich wusste er, wie ihr Hund hieß, alles, was sie betraf, interessierte ihn.
Sicher würde sie wieder in die Elisabethstraße einbiegen und Fibi am Ufer der Mühlenhunte schnuppern lassen, wie schon so oft. Ganz selten ging