: Jo Beverly
: Die Wahl der Lady
: dp Verlag
: 9783986376116
: The Mallorens-Reihe
: 1
: CHF 4.40
:
: Erzählende Literatur
: German

Eine Lady, die nur eines braucht, um ihr Heim zu retten– und ein Lord, der bereit ist, es ihr zu geben…
Band 4 der prickelnden historischen Liebesroman-Reihe für Fans von Stacy Reid

Als Rosamunde Overtons deutlichälterer Ehemann erkrankt, ist nicht nur sein Leben bedroht. Sollte er sterben, ohne dass Rosamunde ihm einen gesunden Erben geschenkt hat, verliert sie ihren gesamten Besitz. Da ihr Mann zu alt ist, ein Kind zu zeugen, gibt es nur einen Ausweg: Ein junger Liebhaber muss her! Als sie unverhofft dem verletzten Lord Brand Malloren das Leben rettet, fordert sie als Dank eine Nacht der Leidenschaft ein…

Damit könnten Rosamundes Probleme gelöst sein, aber Gefühle lassen sich nicht steuern und die beiden verlieben sich unweigerlich ineinander. Während Rosamundes Pflichtgefühl siegt und sie in die Sicherheit ihres Heimes flieht, macht Brand sich verzweifelt auf die Suche nach seiner nächtlichen Geliebten. Doch soll der gefährliche Plan gelingen, muss Rosamunde auf immer verschweigen, wem ihr Herz gehört, denn sonst könnte sie alles verlieren…

Er te Leser:innenstimmen
„Eine Regency Romance voller Leidenschaft, Drama und Gefühl!“
„Die historische Liebesroman-Reihe geht gewohnt spannend, romantisch und unterhaltsam weiter, ich freue mich auf mehr!“
„Sowohl der flüssige Schreibstil als auch die prickelnde Lovestory fesseln an die Seiten.“
„Rosamunde und Brand muss man einfach lieben.“



Jo Beverley war eine der Top-Autorinnen historischer Liebesromane und eines von nur zwölf Mitgliedern der Romance Writers of America Hall of Fame. Sie wurde in England geboren und wuchs dort auf. Sie hatte einen Abschluss in englischer Geschichte von der Keele University in Staffordshire. Sie wanderte mit ihrem Mann nach Kanada aus, kehrte aber nach England zurück, wo sie blieb, bis sie am 23. Mai 2016 verstarb. Sie hinterlässt ihren Ehemann, zwei Söhne und eine Enkelin. Jo schrieb über vierzig Romane, die in ihrer Heimat England spielen, und sie gewann zahlreiche Auszeichnungen, darunter fünf RITA Awards.

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Nord-Yorkshire, August 1762

Eine Sünde zu begehen sollte doch nicht so schwierig sein! Hieß es nicht, verbotene Früchte schmeckten am besten?

Rosamunde Overton saß in der schwankenden und ratternden Kutsche und floh eiligst nach Hause - tugendhaft, doch nur aus Feigheit.

Um von den Fenstern so weit wie möglich entfernt zu sein, war sie in die Mitte der Sitzbank gerückt. Seit dem Unfall, der in ihrem Gesicht bleibende Narben hinterlassen hatte, mied sie Kutschenfenster. Sie hatte aus Scheu aber auch vieles andere gemieden, das war ihr heute bewusst geworden. Wer längere Zeit ans Bett gefesselt ist, verliert die Kraft in den Beinen. Rosamunde, die seit acht Jahren nicht mehr aus Wensleydale herausgekommen war, litt unter dem völligen Verlust der Energie, die im Umgang mit Fremden notwendig war.

Umso mehr, wenn es darum ging, mit einem Fremden ein Schäferstündchen zu verbringen!

Zusammengesunken saß sie da und blickte bewegungslos hinaus auf eine Landschaft, die ihre Stimmung widerzuspiegeln schien. Über den struppigen, steil ansteigenden Schafweiden hingen düstere Wolken, Überreste des Sturms, der ihre Fahrt verlangsamt hatte. Das Tageslicht war nur noch eine purpurne Erinnerung, das Mondlicht ein blasses Versprechen, und so dämmerte sie in dieser bleiernen Stunde zwischen Tag und Nacht dahin.

Tatsächlich war es ihr zunächst ganz leicht erschienen, etwas Sündhaftes zu tun, als sie es mit Diana geplant hatte. Alle verlangten nach einem Kind: nicht nur ihr Ehemann, sondern alle im Haus und in ganz Wenscote. Doch von ihrem Mann konnte sie keine Kinder bekommen. Also hatte sie eine Maske angelegt, um sich in Harrogate dem anonymen, zügellosen Treiben eines Maskenballs zu überlassen. Wie Diana ihr prophezeit hatte, waren da durchaus Männer aufgetaucht, die bereit waren, sich von ihr verführen zu lassen. Bereit - doch ohne zu ahnen, wer sie war und dass es ihr nur darum ging, schwanger zu werden.

Sie schloss die Augen. Wie einfach hatte sie sich das alles vorgestellt!

Doch statt einen von ihnen ernsthaft zu ermuntern, hatte sie ständig die Tanzpartner gewechselt, auf der verzweifelten Suche nach einem, der ihr richtig gut gefiel. Was um alles in der Welt hatte sie erwartet?

Einen schmucken Prinzen?

Einen charmanten Aristokraten?

Einen edlen Ritter?

Im Laufe des Abends war ihr klar geworden, dass es solche Traumliebhaber nicht gab. Immer deutlicher hingegen waren ihr die Fehler der realen Männer ins Auge gesprungen: ihre dicken Bäuche und schlechten Zähne, ihre lüsternen Augen und geifernden Münder, ihre schmutzigen Hände, ihre X-Beine ...

Obwohl sie sich mit mehreren Gläsern Wein gehörig Mut angetrunken hatte, verlor sie am Ende doch die Nerven und ergriff die Flucht. Beim ersten Tageslicht, noch bevor Diana aufgewacht war, hatte sie die Pferde anspannen lassen, um sich in die Dales zurückfahren zu lassen - in die Sicherheit von Wenscote.

Wenscote, ein Zufluchtsort, den sie nicht verdiente, weil sie nicht bereit war, ihn zu retten! Wenn sie kein Kind bekäme, würde das Landgut eines Tages an Edward Overton, den Neffen ihres Gatten, übergehen. Und Edward würde es sofort der streng religiösen Sekte vermachen, der er angehörte. Rosamundes Gatten ging es gesundheitlich sehr schlecht, und ihr Versagen drohte seinen Tod noch zu beschleunigen. Es wäre für den herzensguten Mann, der einst der verwundeten Sechzehnjährigen Zuflucht gewährt hatte, womöglich das Ende. Dr. Wallace hatte gesagt, dass sich Digbys gesundheitliche Probleme und die Schwindelanfälle durch die Sorge noch verschlimmerten.

Wie einfach hatte sie sich das alles vorgestellt!

Rosamunde überließ sich für einen Moment dem idyllischen Bild eines glücklichen Digby, der zufrieden sein Kind heranwachsen sah und es auf sein Erbe vorbereitete. Wenn er für ein Kind sorgen müsste, würde er vielleicht eher den Anweisungen des Arztes Folge leisten, einfachere Kost zu sich nehmen und weniger Alkohol trinken. Tränen brannten ihr in den Augen, Tränen der Sehnsucht. Die Lösung lag jedoch nicht in sehnsüchtigen Träumen, sondern in einer Sünde mit Folgen, und darin hatte sie versagt ...

Rosamunde verscheuchte ihre sinnlosen Gedanken und öffnete das Fenster. „Halt!“

„Anhalten, Mylady?“, fragte der Kutscher.

„Ja, anhalten! Sofort!“

Mit einem Ruck hielt die Kutsche an und stand nun so schief, dass Rosamundes Zofe Millie, die auf dem Sitz gegenüber lautstark schn