: Anna Hasenfuss
: Das Puppenhaus Geheimnis von Holymoor
: Books on Demand
: 9783756238026
: 1
: CHF 5.30
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 272
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein Brief, der nach vielen Jahren die richtige Empfängerin erreicht, eine Erbschaft im schottischen Hochmoor, fest verbunden mit der jahrhundertealten Legende der Hexen von Holymoor und ein Puppenhaus, welches kein Spielzeug ist, sind der Stoff, aus dem diese Geschichte gemacht ist. In dem Haus von Louise Hutchinson häufen sich rätselhafte Ereignisse. Sie selbst liegt seit vielen Jahren auf dem Friedhof und bekommt davon leider nichts mehr mit. Rose wird das Lebenswerk ihrer Großmutter vollenden und geht mit ihren Freunden auf eine geheimnisvolle Schnitzeljagd. Als sie endlich den Aufenthaltsort der lila Baronin entdecken, ist es für alle fast zu spät.

Anna Hasenfuss ist eine norddeutsche Autorin. Sie lebt seit vielen Jahren auf Lübecks Altstadtinsel und zahlreiche Leser kennen inzwischen ihren Balkon und die Hochbeet-WG. Ihr Repertoire reicht von spannenden Romanen, lustigen Alltagsgeschichten bis hin zum Hörbuch. Die Schauplätze ihrer Romane sind ausgezeichnet recherchiert und die Figuren darin magisch, undurchsichtig und zuweilen skurril. Sie selbst beschreibt sich als äußerst schreibfaul, aber fantasiebegabt. Spannend bleibt es bei Anna bis zur letzten Seite.

Das kleine Fest im Park


Geräuschvoll flog die Tür zur Redaktion auf und nach einem Stapel Bücher und loser Notizen stolperte Rose hinterher.

 Kelly sah nur kurz hoch. Sie war an die ungeschickten Auftritte ihrer Freundin gewöhnt. Sie arbeiteten beide seit ein paar Jahren in der Kulturredaktion von Jacobson& Son’s, einer der größeren Zeitungsverlage in der Stadt.

»Rose! Wie ich sehe, hast du gut ausgeschlafen und bist mal wieder sehr spät dran! Jacobson war bereits hier und hat sich nach dir und dem Artikel zur Fringe­Eröffnung erkundigt«, redete Kelly munter drauflos, während Rose die Papiere vom Boden auflas. Dieser verflixte Artikel über die Neueröffnung. Sie verzog das Gesicht. Das Fringe war ein kleines Theater in der Altstadt, dessen Ruine nach einem Brand vor knapp zehn Jahren lange Zeit einen traurigen Anblick bot. Dank großzügiger Spenden kulturinteressierter und reicher Mit­bürger wurde das alte Haus wieder aufgebaut und gestern Abend war die feierliche Neueröffnung mit der Premiere des Stücks »The point of no return«.Wie üblich war Rose spät dran gewesen, hatte die Bahn in die Stadt verpasst und kam nach der ersten Pause im Theater an. Angestrengt hatte sie versucht, sich aus den spärlichen Resten des zweiten Aktes ein Bild über das Stück zu machen, was kaum mehr möglich war. »Verdammt, Jacobson dreht durch! Ich muss irgend­ etwas schreiben, IRGENDWAS!« Oh ja, es war nicht der erste vergeigte Artikel und es war eine Katastrophe – Rose kramte hektisch in ihren spärlichen Notizen. Kelly runzelte besorgt die Stirn. »Du liebe Güte, Rose! Du hast es gestern nicht wieder vermasselt. Ich versteh dich nicht!«. Seufzend stand sie auf, legte der Freundin den Arm um die Schulter. »Na, dann lass uns mal schauen, was wir noch retten können.« Zum Glück war auf Kelly immer Verlass. Ihre alte Vermieterin besuchte gerne und viel die Theater der Stadt. Bei der Neu­eröffnung des Fringe war die mit Sicherheit dabei. Kelly rief sie kurzentschlossen an, lauschte einem ausgiebigen Bericht, verdrehte dann und wann die Augen in Roses Richtung und schrieb nebenbei ein paar Notizen. Hieraus und mit ein wenig schmückendem Beiwerk schmiedeten Rose und Kelly einen, wie sie fanden, recht ansprechenden Artikel. Jacobson würde zufrieden sein.

»So, geschafft! Dieser Punkt geht an uns und sollte gefeiert werden!« Kelly stapelte ein paar Dokumente auf ihrem Schreibtisch und sah nebenher in den Veranstaltungsteil der Tageszeitung. »Was hältst du davon, heute Abend auszugehen?«, fragte sie. »Im kleinen Park findet das Lampionfest statt, mit Gauklern, netter Musik und interessanten Leuten. Etwas zu essen und ein Glas Wein bekommen wir da auch. Du hättest dann auch schon einen Grund für die morgige Verspätung«, Kelly feixte. »…die mir auch jeden Morgen ein Übermaß an Kreativität abfordert.« Rose krauste die Stirn in gespieltem Ernst. »Aber vielleicht könnten wir ja die Gelegenheit nutzen und zu diesem Fest einen kleinen Artikel verfassen. Den Chef wird es vom Hocker hauen.« Sie kicherte. Kelly nickte bestätigend und beide wandten sich grinsend der Arbeit auf ihren Schreibtischen zu.


Der kleine Park, die grüne Oase im Stadtzentrum, war für seinen großen Abend herausgeputzt. In den Bäumen und Büschen hingen zahlreiche bunte Lampions und Lichterketten, welche mit ihrem Glanz das herbstliche Bunt des Parks in ein wunderschönes und zugleich mystisches Licht tauchten. Lustig verkleidete Jongleure, Stelzenläufer und Clowns mischten sich mit der staunenden Menge und brachten sowohl Jung als Alt zum Lachen. Auf der kleinen Lichtung war ein altes Karussell mit Löwen, Pferden und Kutschen aufgebaut, welches nicht nur die Kinderaugen h