: Ines Vitouladitis
: Liebe in Sicht Herzklopfen in Rose Viallge
: dp Verlag
: 9783986374518
: 1
: CHF 5.20
:
: Erzählende Literatur
: German

Vom Albtraum zum Frauenschwarm…
Der romantisch-humorvolle Liebesroman zum Wohlfühlen und Verlieben

Als Nami Sawyer das Haus ihrer Tante in Rose Village erbt, nutzt sie diese Chance, um ihrer unschönen Ehe zu entfliehen. Mit ihrem kleinen Bruder Nolan und dem dreijährigen Sohn Codey bricht sie in einer Nacht-und-Nebelaktion in jenes verträumte Dorf auf, in dem sie aufgewachsen ist. Dass sie dort ausgerechnet auf ihren ehemaligen Erzfeind Jack Montgomery trifft und dieser auch noch ihr direkter Nachbar ist, hat ihr gerade noch gefehlt. Doch der ehemalige Albtraum aller Mädchen hat sich zum begehrtesten Junggesellen des Dorfes entwickelt. Nami jedoch traut ihm immer noch nicht. Wäre da nicht dieses Knistern, das sie empfindet, sobald sie in seiner Nähe ist… Doch dann werden die beiden von den Schatten ihrer Vergangenheit eingeholt und plötzlich steht viel mehr auf dem Spiel als nur ein gebrochenes Herz…

Erste Leser:innenstimmen
„Zuckersü szlig;e, und trotzdem nicht zu kitschige Enemies-to-Lovers-Geschichte& dash; schön!“
„Fans romantischer Komödien müssen einfach zugreifen.“
„Mitreißende und gefühlvoller Liebesroman, von Mitleiden bis Mitlachen habe ich alles durchlebt!“
„Wunderbare Frühlings- und Sommerlektüre fürs Herz.“



Ines Vitouladititis, 1987 geboren, Kinderpflegerin und dreifache Mutter, verfasste schon früh Gedichte und Kurzgeschichten und schreibt seit ihrem dreizehnten Lebensjahr mit viel Herzblut und Leidenschaft Manuskripte unterschiedlichen Genres. Ihr Debütroman Nilah Taro und der Schwarze Flügel erschien als erster Band einer Romantasy-Trilogie im September 2020 im Wortschatten-Verlag. Mit Mitbewohner küsst man nicht, einem humorvollen wie romantischen New-Adult-Roman, veröffentlicht die Autorin ihr erstes Buch im dp Verlag.

Kapitel 2


Start mit Hindernissen


In einem längst vergangenen Herbst hatte es keinen Quadratmeter Erdboden in Rose Village gegeben, auf dem keine Blätter gelegen hatten. Rot, gelb, orange, braun – in allen Farben, Formen und Größen hatten sie die Straßen geschmückt. Und obwohl meine noch so junge Welt Kopf gestanden hatte und zu zerfallen schien, waren die Gedanken, die in diesem Augenblick in mir aufkamen, umso schlichter und unwichtiger. Sie waren harmlos. Unschuldig.

Ob es in anderen Dörfern oder Städten ebenso schöne Herbstblätter gibt wie in Rose Village?

Und ohne recht darüber nachzudenken, hatte ich eines davon aufgehoben und es sanft zwischen die Seiten meines Buches geschoben, bevor ich in den Wagen gestiegen war. Der Motor war schon gelaufen. Das Fenster hatte ich heruntergekurbelt, denn mir war trotz der immer kühler werdenden Temperaturen warm gewesen.

Gedankenverloren war mein Blick zum Haus geglitten, in welchem ich aufgewachsen war. Zu unserem Haus. Meinem Haus. Ich hatte einen Fehler gemacht. Vielleicht den größten meines Lebens. Doch hatte ich diese Strafe verdient? War es nicht Strafe genug gewesen, diesen Fehler auszusprechen? Ihn zuzugeben?

Es hatte an diesem Tag einen Abschied gegeben. Ein Eis an der Tankstelle, weil mein Magen geknurrt hatte und wir nichts Essbares eingepackt hatten. Eine Menge Tränen, die einen salzigen Geschmack auf meinen Lippen hinterlassen hatten. Anders salzig als die Seeluft. Und es hatte einen Streit gegeben, der eigentlich gar keiner gewesen, sondern grundlos entfacht worden war, um einen Grund zu haben. Einen, der stark genug gewesen war, die Wahrheit zu vertuschen.

„Nami, wieso steigst du nicht endlich aus?“

Es war nicht das erste Mal, dass Nolan mir diese Frage stellte. Schon zwei– oder sogar dreimal hatte ich ihn zu mir sprechen hören, dumpf und wie durch eine dichte Wand aus Nebel. Nur allmählich gelang es mir, meine Hände, die sich an das Lenkrad geklammert hatten, zu entspannen. Finger für Finger musste ich einzeln lösen, während meine Gedanken es nur ganz allmählich schafften, aus der Vergangenheit in die Gegenwart zurückzukehren. Mit einem unangenehmen Brennen in den Augen wandte ich mich ihm zu. Er hatte die Fahrertür geöffnet und musterte mich ungeduldig, während er seinen Fußball zwischen dem linken und dem rechten Fuß hin und her kickte.

„Codey hat Hunger“, sagte er.

„Es sind noch …“, setzte ich an. Meine Stimme klang irgendwie verwaschen.

„… Waffeln da, ja.“ Nolan nickte. „Davon haben wir auf der Fahrt ungefähr vierzig Stück gegessen.“

„Du hast recht“, pflichtete ich ihm eilig bei. Endlich schaffte ich es, aus dem Minivan zu steigen. Meine Knie zitterten ein wenig. „Lass uns ins Haus gehen und sehen, was wir uns Leckeres zubereiten können, okay?“

„Von mir aus“, murmelte Nolan gleichgültig.

Codey hüpfte bereits vor der Veranda auf einem Bein vor und zurück, wie um die überschüssige Energie, die sich während der Fahrt in ihm angesammelt hatte, abzubauen.

Eine milde Frühlingsbrise umgab uns. Ich steckte meine Nase in den Wind, schloss die Augen und schnupperte. Rose Village roch anders, als ich es in Erinnerung hatte. Weniger intensiv. Weniger salzig. Weniger rosig. Fast nach nichts. Irgendwie enttäuschte mich diese Tatsache. Es fühlte sich an, als hätte ich mein Lieblingsbuch nach langer Zeit wieder aufgeschlagen, nur um festzustellen, dass der Inhalt mich nicht mehr fesseln konnte.

Lautstark schnaubte ich Luft aus. Mit dem Schlüssel in der Hand betrat ich die erste knarzende Stufe der Veranda. Das Holz war mit den Jahren nachgedunkelt und trug Spuren von Regen, Frost und Sonne. Am Geländer, an dem ich mein Fahrrad immer angelehnt hatte, befand sich immer noch dieselbe alte Kerbe wie damals. Bei dem Anblick zog sich mein Herz kurz schmerzvoll zusammen, und ein Bild meiner selbst tauchte vor meinem inneren Auge auf, wie ich das Fahrrad nach der Schule gar nicht schnell genug hatte abstellen können, um zum Mittagessen hineinzulaufen. Zärtlich strich ich mit der Hand über das Holz. Es war rau und unerwartet warm.

Rechts von der Haustür hing eine hölzerne, Schaukel ähnliche Bank an zwei dicken Ketten. Dieser Anblick war mir neu, auch wenn sie aussah, als würde sie bereits seit Jahren dort hängen. Sie bewegte sich im Frühlingswind leicht quietschend vor und zu