: Michael R. Luft
: Bomben auf Eberstadt Rekonstruktion der Ereignisse und der Familiengeschichte im Zweiten Weltkrieg bei Darmstadt - Gegen das Vergessen
: Books on Demand
: 9783756272136
: 1
: CHF 8.70
:
: Gesellschaft
: German
: 260
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die schrecklichen Geschehnisse, die sich im 2. Weltkrieg zwischen 1941 und 45 nicht nur in Darmstadt, sondern auch in Eberstadt zugetragen haben, verschwinden wieder im Ozean des Vergessens. Viele Male wurden Bomben und Brandbomben über meinem Heimatort abgeworfen. Dabei war auch das Anwesen meiner Familie in besonderer Weise betroffen. Heute ist kaum noch jemand da, der authentisch davon berichten kann. Die Auswirkungen der extremen Leidenserlebnisse und des Zukunftszweifels auf die Lebensumstände der Eberstädter Bürger kennt heute kaum noch jemand. Der emotionale Zugang ist im Bewusstsein der heutigen Generationen wieder verlorengegangen. Auch die, trotz der Mangelsituation der Nachkriegsjahre eingetretene, kleinlaute Hoffnungszufriedenheit und Solidarität der Eberstädter Bürger kommen nicht zu kurz. Deshalb lautet der zweite Untertitel »Gegen das Vergessen« Mit vielen Recherchen und rekonstruierenden Analysen sind die einzelnen Ereignisse beschrieben und chronologisch zusammengestellt. Die detailreichen Tagebücher dreier Eberstädter Bürger erzählen davon in beeindruckender Weise. Mündliche Berichte, eigene Erfahrungen mit gefundenen Blindgängern sowie viele weitere dokumentierte Quellen runden das Geschehen ab. Dabei waren auch einige Mythen, Halbwahrheiten und Übertreibungen zu erkennen, die durch meine Untersuchungen vor Ort und fundierte Analysen der Indizien richtig gestellt werden konnten. Viele Bilder von damals, auch im Vergleich zu heute, sorgen für eine kurzweilige Reise in dieses Eberstädter Zeitgeschehen.

Dipl.-Ing. Michael Rudolf Luft, Jahrgang 1953, studierte Nachrichtentechnik und Elektronik und befasste sich zeitlebens autodidaktisch mit Physik, Philisophie, erkenntnistheorietischen Themen und in jüngerer Zeit mit der Heimatforschung

7.1 Chronologie der Ereignisse


Kirschner: Freitag, 1. September 1939[40, S. 38]

Mit dem Kriegsbeginn [Überfall auf Polen] ist die Verdunkelung sämtlicher Gebäude angeordnet, währen der Verdunkelungszeit dürfen auch keine Kirchenglocken geläutet werden.

Rebentisch: Freitag, 1. September 1939[41, S. 60]

Eine schon vorbereitete »Verdunkelungsverordnung« vom 23. Mai 1939 trat mit der Kriegserklärung am1. September 1939 in Kraft und zeigte an, dass das nationalsozialistische Regime den Beginn von Kampfhandlungen für die nächste Zeit einkalkulierte.

Dr. Engels: Sonntag, 3. September 1939[41, S. 47]

Die erste Maßnahme, mit der in Darmstadt wie überall der Kriegsbeginn spürbar wurde, war die Verdunkelung, die am 3. September 1939 der Bewohnerschaft befohlen wurde. [Aufgehoben erst am Donnerstag, 10. Mai 1945, siehe unten »Eysenbach (am) 13. Mai 1945«.]

Best: Mittwoch, 3. September 1941 (Tagebuch Band 3, Blatt-Nr. 926)

Eberstadt blieb von den Auswirkungen des Krieges nicht verschont. Am 3. September 1941 warfen einige englische Flugzeuge einige Bomben auf Eberstadt[36]. An dem Kreuzpunkt der Dietrich Eckhartstraße [heute: Katharinenstraße] und Neue Darmstädterstraße [heute: Heidelberger Landstraße] fiel eine Bombe genau in die Straßenmitte der Darmstädterstraße. Beim Schreiner [Georg] Roßmann [Neue Darmstädter Straße 52, heute: Heidelberger Landstraße 209, Restaurant »Bella Sardegna«] brannte es lichterloh. [W